02:01 27 November 2020
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    Die strikte Haltung der EU zur Energieabhängigkeit von Russland ist bis dato mit keinen konkreten Maßnahmen bekräftigt worden. Gestern wurde bekannt, dass der Entwurf des EU-Energiebündnisses in den letzten sechs Monaten inhaltlich kaum etwas gebracht hat, schreibt die Zeitung “Kommersant” am Donnerstag.

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    © AP Photo / Sergei Chuzavkov
    Drei Gasleitungen aus Süd- nach Mitteleuropa wurden auf die Prioritätsliste gesetzt: “Eastring”, gefördert von der Slowakei, sowie “Tesla”, unterstützt von Österreich, und die Erweiterung der künftigen Gaspipeline Bulgarien-Rumänien-Ungarn-Österreich.

    Mit allen drei Gasleitungen kann der russische Energiekonzern Gazprom eines der wichtigsten Probleme beim Verzicht auf den Transit durch die Ukraine lösen — das  Gas der „Türkish Stream“-Pipeline mit dem Abnahmepunkt an der türkisch-griechischen Grenze kann in die Balkan-Länder gepumpt werden. Geplant ist, dass der Balkan vom zweiten Abschnitt der „Türkish Stream"-Pipeline mit 15,75 Milliarden Kubikmetern Gas jährlich versorgt wird. Im Januar kündigte Gazprom-Chef Aleksej Miller an, dass der Konzern nicht die Absicht habe, die Gasleitungen zur Erweiterung der „Turkish Stream“ selbst zu bauen. 

    Die Länder Süd- und Mitteleuropas, die ihre Transitgelder wegen der Einstellung der Gaslieferungen durch die Ukraine (am meisten sind die Slowakei und Bulgarien betroffen) verlieren könnten, trieben Projekte voran, mit denen sie diese Einnahmen beibehalten können.

    Aber auch bei anderen Fragen wird die harte Rhetorik der EU-Kommission in Bezug auf die Energieabhängigkeit von Russland mit keinen konkreten Handlungen untermauert. Gestern veröffentlichte die EU-Kommission einen Bericht, was im letzten Jahr für die Bildung des EU-Energiebündnisses unternommen wurde. Bislang hat Brüssel noch kein einziges nützliches Dokument vorgelegt.

    „Komisch ist, dass neue Projekte wie Eastring und Tesla so schnell viele Prozedere durchlaufen konnten, um auf die PCI-Liste gesetzt zu werden. Es kann sein, dass die Europäer die Erklärungen über die Einstellung der Gaslieferungen durch die Ukraine ernst genommen haben“, sagt Maria Belowa von der Beratungsfirma Vygon Consulting.

    Der PCI-Status erlaubt keine Vergünstigungen in Bezug auf die Umsetzung des Dritten Energiepakets. Falls Gazprom diese Rohre nutzen will, muss der Konzern nicht mehr als die Hälfte ihrer Kapazität reservieren, oder das Gas an die Europäer an der Grenze der EU verkaufen.

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    Tags:
    Gas, Gasprojekt Türkish Stream, EU, Alexej Miller