18:23 22 Juni 2017
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    Migranten in Mazedonien

    Nach Terror in Paris: Ungarn klagt wegen EU-Flüchtlingspolitik

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    Nowyje Iswestija
    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
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    Die Terroranschläge in Frankreich haben erwartungsgemäß dazu geführt, dass der EU-Plan zur Lösung der Flüchtlingskrise gescheitert ist. Ungarn ist das erste Land nach den Terroranschlägen in Frankreich, das die EU-Aufnahmequoten für Migranten nicht akzeptieren wird, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    Am 9. Oktober trat in der Europäischen Union der Plan zur Verteilung der Flüchtlinge zwischen allen EU-Ländern nach dem Quotenprinzip in Kraft. Jetzt kündigte Ungarn eine Gerichtsklage gegen die EU-Verteilungsquoten an. Die Slowakei will die ungarische Initiative, gerichtlich gegen die EU-Flüchtlingspolitk vorzugehen, unterstützen.

    Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán verkündete im Parlament in Budapest am Dienstag, dass die obligatorischen Aufnahmequoten für syrische Flüchtlinge „zur Verbreitung des Terrorismus in Europa führen werden“, weil „schwierig einzuschätzen ist, wie viele Kämpfer in den letzten Monaten zusammen mit dem riesigen Ansturm von Migranten aus Syrien, dem Irak und Afghanistan auf den europäischen Kontinent gekommen sind“.

    Dass die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, sich nicht vor den Schrecken des Krieges rettet, sondern ein besseres Leben sucht, zweifelt keiner mehr an. Denn in diesem Fall würden sie auch in der Türkei, in Griechenland, Mazedonien oder Serbien bleiben, wo es keine Kämpfe gibt.

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    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)

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    Tags:
    Migranten, EU, Ungarn
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