03:35 07 Dezember 2019
SNA Radio
    Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama

    Mit oder ohne Assad: Obama stellt Putin Ultimatum

    © REUTERS / Kayhan Ozer/Pool
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
    5230368
    Abonnieren

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat einen Sinneswandel des Westens gegenüber dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad festgestellt. US-Präsident Barack Obama stellt Moskau jedoch das Ultimatum, sich entweder für die Unterstützung Assads oder die Unteilbarkeit Syriens zu entscheiden, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Auf dem APEC-Gipfel in Manila forderte Obama laut AP-Angaben Russland und den Iran dazu auf, sich entweder für eine weitere Unterstützung Assads oder für die Erhaltung der Unteilbarkeit des syrischen Staates zu entscheiden. Die Einheit der arabischen Republik sei nur unter einer Bedingung möglich, nämlich der Bildung einer neuen legitimen Regierung. Solange Assad an der Macht bleibe, würden die IS-Terroristen nicht endgültig vernichtet werden können. Obama ergänzte, dass der Iran und Russland einige Monate brauchen werden, um sich diese „Wahrheit“ einzugestehen.

    Lawrow ist jedoch anderer Meinung. In einem Interview für „Radio Rossii“ sagte der russische Chefdiplomat, die westlichen Länder seien sich der Perspektivlosigkeit einer Forderung nach dem Rücktritt Assads bewusst und würden ihre Herangehensweise ändern.

    Die USA sind darüber beunruhigt, dass Russland und der Iran in Syrien eine koordinierte Politik führen. Deshalb versuche Washington, das Bündnis zwischen Teheran und Moskau zu spalten, schreibt das “Wall Street Journal” unter Berufung auf hochrangige Diplomaten. Die USA sehen den Iran als Bremse beim Geschacher um den Rücktritt Assads. Die Amerikaner hoffen, dass Moskau Flexibilität zeigen wird, was von Teheran nicht zu erwarten sei.

    Washington sieht bereits „wachsende Spannungen zwischen Russland und dem Iran“. Der russische Präsident Wladimir Putin, der nach wie vor versucht, die sunnitischen Länder zu überreden, Assad an der Macht zu lassen, kam der Koalition entgegen: Putin soll bei den Verhandlungen angeblich gesagt haben, dass Russland bestrebt sei, den Iran bei der Regelung der Syrien-Krise in den Hintergrund zu drängen.

    Kurz nach dem G20-Gipfel legte Russland in der Uno für viele überraschend einen neuen Resolutionsentwurf zu Syrien vor. Frankreich bereitet nach den Terroranschlägen in Paris ein ähnliches Dokument vor.

    Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Uno eine kombinierte Version – eine russische und eine französische – verabschieden wird. „Ich bin der Ansicht, dass eine Symbiose des russisch-französischen Resolutionsentwurfes möglich ist. Wir erwähnen Assad, und die Franzosen werden auf die Streichung dieses Punktes bestehen, aber ein Kompromiss kann immer gefunden werden“, sagte eine mit den G20-Gesprächen vertraute Quelle.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)

    Zum Thema:

    Assad: Politische Regelung in Syrien erst nach Sieg über Terror
    Lawrow: Keine friedliche Regelung in Syrien ohne Assad
    Nach Wiener Syrien-Treffen: Noch kein Konsens über Assads Schicksal
    US-Kolumnist: Obamas schizophrener Syrien-Kurs offenbart Verunsicherung der USA
    Tags:
    Terroranschläge in Paris, G20-Gipfel in der Türkei, Baschar al-Assad, Barack Obama, Russland, USA