19:41 05 Juli 2020
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    Nach dem Fall der Preise werden die Ölunternehmen notgedrungen auf eine Drosselung der Förderung stoßen, während die Gasunternehmen sich mit einem Rückgang des Exports nach Europa abfinden müssen.

    Der Gasverbrauch in Europa wird zurückgehen und nicht zunehmen, wie der russische Energiekonzern Gazprom hofft, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Die Einnahmen Russlands aus dem Ölexport gingen im Vergleich zum vorigen Jahr um fast 40 Prozent zurück. Einen noch schnelleren Verfall der Ölpreise hat die schnellere Exportzunahme durch die Drosselung der Gasverarbeitung und die geringe Förderzunahme verhindert. Doch die Reserven zur Exportsteigerung durch die Drosselung der Gasverarbeitung und die Förderzunahme werden bald ausgeschöpft sein.

    Während die größten Probleme der Ölunternehmen mit der möglichen Kürzung der Förderung zusammenhängen, sind die schmerzvollsten Beschränkungen der Gasförderer auf den Rückgang der Nachfrage und Verkäufe zurückzuführen.

    Gastransit
    © AP Photo / Sergei Chuzavkov

    Russland rechnete lange Zeit mit einem Wachstum der Gaslieferungen nach Europa. Jetzt sind diese Pläne wegen der nachlassenden Nachfrage nach Gas und der geopolitischen Kontroversen gefährdet. 2030 könnte die Europäische Union den Gasverbrauch im Vergleich zum aktuellen Stand sogar verringern.

    Nach Ansicht der EU-Kommission soll es nicht weniger als drei Lieferanten geben, damit die Brennstofflieferungen stabil, erschwinglich, effektiv und vielfältig sind, berichtete die Agentur Reuters.

    Die Erklärungen über die Diversifikation bedeuten, dass die neuen russischen Projekte für den Export nach Europa auf Hindernisse stoßen werden. Die EU-Kommission deutete bereits an, die Umsetzung des Projektes Nord Stream 2, das den Bau von zwei zusätzlichen Pipeline-Abschnitten mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden. Kubikmeter pro Jahr vorsieht, zu erschweren.

    „Wir nehmen die Projekte einzelner kommerziellen Unternehmen zur Kenntnis, eine Verbindung zwischen Deutschland und Russland via Ostsee herzustellen, doch der dritte und vierte Strang von Nord Stream wird es nicht ermöglichen, Gas bei einem neuen Lieferanten zu erwerben. Die neuen Stränge würden nur die Transportfähigkeit in die EU erhöhen, die jetzt lediglich zu 50 Prozent genutzt wird”, sagte der Vize-Präsident der EU-Kommission, Maroš Šefčovič, am Mittwoch.

    „Wir haben gesagt, dass diese Pipeline den europäischen Gesetzen entsprechen muss. Auch die EU-Kommission wird dieses Dossier vor allem in Bezug auf Entsprechung mit der EU-Gesetzgebung prüfen“, so der EU-Beamte.

    Šefčovič pocht zudem auf die Aufrechterhaltung des Transits von russischem Gas durch die Ukraine. „Wir haben eine Versorgungsquelle, die über die Ukraine verläuft, und unsere Position dazu ist sehr klar.“ „Das ist der Grund, warum wir vorschlagen, eine Diskussion zwischen den Behörden Deutschlands und den Diensten der EU-Kommission auf Expertenebene zu führen, weil die europäischen Gesetze vollständig eingehalten werden müssen, damit solche Projekte erfolgreich beendet werden können“, so Šefčovič.

    Auch Deutschland sieht Gefahren der politischen Konfrontation beim Nord Stream 2-Projekt. Die Deutschen schlagen als Zugeständnis gegenüber der EU vor, den Transit des russischen Gases über die Ukraine auch nach 2019 beizubehalten. Der Kreml ist jedoch dagegen. Deutschlands Vizekanzler Siegmar Gabriel sprach sich Ende Oktober beim Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin dafür aus, die politische Einmischung in das Projekt einzuschränken und die Rolle der Ukraine als Transitland auch nach 2019 zu regeln.

    Die EU-Behörden zeigen sich ihrerseits nicht kompromissbereit, auch was die Beschränkungen der Kapazität der existierenden Nord —Stream-Pipeline betrifft. „Es gibt keine Veränderungen in der Situation um die Gasleitung OPAL“, sagte der Vize-Präsident der EU-Kommission, Maroš Šefčovič, am Mittwoch.

    OPAL ist die Anbindungsleitung der Nord-Stream-Pipeline auf dem Festland. Die EU-Kommission und die Bundesnetzagentur erlaubten Gazprom, nur die Hälfte der Kapazität der Gasleitung OPAL zu nutzen. Das soll die Füllmenge der Nord-Stream-Pipeline beschränken und zur Verteuerung des Transits führen.

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    Tags:
    Gas, Nord Stream 2, EU, Gazprom, Deutschland, Ukraine