Widgets Magazine
18:09 15 Oktober 2019
SNA Radio
    Nato

    Montenegro bereitet sich auf Nato-Beitritt vor

    © AFP 2019 /
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    29679
    Abonnieren

    Am 1. Dezember 2015 will die Nato Montenegro einladen, dem Bündnis beizutreten. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt Russland vor Einmischungen zur Verhinderung des Beitritts Montenegros, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Die deutsche Zeitung „Die Welt“ berichtete unter Berufung auf diplomatische Quellen, dass die Nato-Außenminister Montenegro am 1. Dezember offiziell zur Mitgliedschaft einladen werden.

    Am Freitag sprach sich die russische Staatsduma (Parlamentsunterhaus) in einer Erklärung gegen den Beitritt Montenegros aus. Die Abgeordneten warnten, dass diese Entscheidung sowohl den traditionell freundlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern einen Schaden zufügen als auch die gemeinsame Entwicklung der europäischen Sicherheitsarchitektur in Frage stellen würde.

    Laut der „Welt“ soll Moskau an mehrere Nato-Mitglieder ein Schreiben mit der Warnung geschickt haben, dass der Nato-Beitritt Montenegros die Beziehungen zwischen Russland und der Allianz belasten würde.

    Der am Freitag zu einem Besuch in Belgrad weilende Nato-Chef Stoltenberg sagte, dass Montenegro die Entscheidung, der Allianz beizutreten, allein fälle. Die Nato-Mitgliedstaaten oder weitere Länder dürften sich dabei nicht einmischen, so der Nato-Chef. Stoltenberg ergänzte, jede Einmischung Russlands könnte die Entschlossenheit der Verbündeten stärken, dem Land die Einladung zu schicken. Laut dem Belgrader Experten Boško Jakšić ist Montenegros Aufnahme in die Nato bereits beschlossene Sache.

    Premierminister Milo Ðukanović sagt, dass Russland zwar eine gegen die Nato-Erweiterung gerichtete Politik betreiben dürfe, Montenegro als unabhängiges Land aber über seine Zukunft selbst entscheiden dürfe: Podgorica schlage den Weg mit der EU und Nato ein.

    Die Koalitionsmitglieder und mehrere Oppositionsparteien widersprachen den Vorwürfen, den Beschluss unter Druck gefasst zu haben. Nur die Partei „Neue Serbische Demokratie“, die Kundgebungen in Podgorica veranstaltete, unterstützte die Erklärung der russischen Staatsduma.

    Um den Nato-Beitritt Montenegros zu verhindern, setzt Moskau auf diese politischen Kräfte in der Region: Das russische Außenministerium lud den Chef der Demokratischen Volkspartei (DNP), Milan Knezevic, vom 25. bis 27. November nach Moskau ein.

    Dennoch sind die Chancen nicht besonders groß, dass eine Anti-Nato-Koalition in Montenegro entsteht. Bei der im September stattgefundenen Abstimmung über die Nato-Resolution sprachen sich 50 Abgeordnete dafür aus. 26 Politiker waren dagegen und die Minderheit (drei Abgeordnete) enthielt sich der Stimme. Umfragen zufolge unterstützt die Mehrheit der Montenegriner die Nato-Mitgliedschaft. Laut russischen Duma-Abgeordneten sind die Umfrageergebnisse  „gefälscht“.

    Zudem erschweren die engen Beziehungen zu Serbien die Schaffung einer Anti-Nato-Koalition: Ohne Unterstützung Belgrads können die proserbischen Oppositionsparteien in Montenegro, die sich gegen die Allianz äußern, kaum mit irgendetwas rechnen. Trotz offizieller Neutralität nähert sich Belgrad der Nato an, was der Besuch Stoltenbergs in der serbischen Hauptstadt gezeigt hat.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Montenegros Nato-Beitritt: Opposition verlangt Referendum
    Russland hat nichts gegen Nato-Beitritt Montenegros
    NATO-Generalsekretär: Aufnahmebeschluss zu Montenegro wird im Dezember getroffen
    Montenegros Nato-Beitritt: „Ein Referendum wäre sinnvoll“ - Experte
    Tags:
    NATO, Boško Jakšić, Milo Ðukanović, Serbien, Russland, Montenegro