Widgets Magazine
11:23 19 Oktober 2019
SNA Radio
    Krim ohne Strom

    Stromausfall auf Krim: Russland beschleunigt Bau von Versorgungsbrücke

    © AFP 2019 / Max Vetrov
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Die Zukunftsentscheidung auf der Krim (420)
    351389
    Abonnieren

    In der Nacht zum Sonntag sind in der ukrainischen Grenzregion Cherson Strommasten gesprengt worden, was auf der Halbinsel Krim zum totalen Stromausfall geführt hatte.

    Die Abtrennung der Krim von der Stromversorgung könnte den Bau einer russischen Energie-Brücke beschleunigen, was für die Ukraine den Verlust eines Absatzmarktes bedeutet, schreibt die Zeitung „Kommersant“.

    Krim-Oberhaupt Sergej Aksjonow spricht von einem Terroranschlag. Das ukrainische Innenministerium leitete ein Strafverfahren ein, zunächst wegen der „absichtlichen Beschädigung von Energieobjekten“. Dies könnte später jedoch als Terroranschlag eingestuft werden, sagte der Vertreter des ukrainischen Sicherheitsdienstes, Ilja Kiwa. 

    Mit dem Stromausfall ging bei 1,64 Millionen Krim-Einwohnern das Licht aus. Insgesamt 499 Megawatt Strom wurden abgeschaltet. Dem ukrainischen Energieministerium zufolge sollten auf der Krim 339 Megawatt produziert werden – mittels lokaler Heizkraftwerke und mobiler Gasturbinenanlagen soll die Krim für 29 Tage mit Energie versorgt werden.

    Der Minister für Kommunalwirtschaft der Krim, Alexander Schdanow, teilte mit, dass die lokalen Behörden die Wärmeversorgung tagsüber für Stromeinsparungen abschalten mussten. Die Einwohner werden gebeten, auf elektrische Heizungen zu verzichten, da es draußen noch warm ist.

    Der Krim-Chef teilte gestern mit, dass der Sabotageakt dazu führen kann, dass „die wirtschaftenden Subjekte der Ukraine“ die Halbinsel als Stromabsatzmarkt „für immer verlieren werden“. Derzeit werden Energie-Leitungen aus der russischen Region Krasnodar auf dem Grund der Straße von Kertsch verlegt.

    Krim
    © RIA Novosti . Konstantin Chalabov

    Am Freitag sagte der russische Energieminister Alexander Nowak, dass Russland bereit ist, den ersten Abschnitt einer Energie-Brücke mit einer Leistung von 400 Megawatt Elektroenergie bis Ende 2015 zu starten. 2016 soll die Leistung auf bis zu 800 Megawatt erhöht werden.

    Der Chef des Fonds für Energie-Entwicklung, Sergej Pikin, ist der Ansicht, dass die Halbinsel in einem Jahr, wenn die Krim die Möglichkeit bekommt, 800 Megawatt über die Energie-Brücke zu erhalten, sich frei entscheiden kann, bei wem sie Strom kaufen will. Seiner Meinung nach können die aktuellen Probleme nur auf dem Verhandlungsweg mit den ukrainischen Behörden gelöst werden, die die Gruppe namens „Zivile Blockade der Krim“ nicht unterstützen und ihr aktiv entgegenwirken.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Die Zukunftsentscheidung auf der Krim (420)

    Zum Thema:

    Totaler Stromausfall auf der Krim – Behörden beschließen kontrollierte Abschaltungen
    Online-Petition: Ukraine soll der Krim keinen Strom mehr liefern
    Poroschenko verspricht erneut „Kampf“ für Krim und Donbass
    Ukraine droht mit Stromstopp für Krim
    Tags:
    Strom, Sergej Pikin, Alexander Schdanow, Sergej Aksjonow, Krim, Ukraine