08:11 24 November 2020
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    Das geplante Zusammenwirken des französischen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ mit dem russischen Marineverband vor der syrischen Küste wird laut Experten zwar militärisch zum Anti-Terror-Einsatz beitragen, aber keine deutliche politische Annäherung zwischen Moskau und dem Westen bewirken.

    Der russische Militärexperte Sergej Gorbatschow sagte am Montag im Radiosender Kommersant FM: „Was gemeinsame Aktivitäten im östlichen Teil des Mittelmeeres betrifft, so wird der russische Marineverband mit den Franzosen vor allem Informationen über die aktuelle Lage sowie Geheimdienstdaten austauschen. Möglicherweise werden russische Kriegsschiffe auch Daten liefern, um französischen Kampfjets Ziele zuzuweisen. Es ist auch durchaus möglich, dass die beiden Seiten einander über mögliche Gefahren informieren werden.“  

    Nach Ansicht des russischen Militärexperten Viktor Murachowski ist das französische Schiff allerdings kaum in der Lage, entscheidend zum Kampf gegen den „Islamischen Staat“ beizutragen: „Die Kampf-Möglichkeiten der mitgeführten Flugzeuge sind dem, was Russland einsetzt, deutlich unterlegen. Außerdem hat der Flugzeugträger nicht allzu viel Treibstoff- und Munitionsvorräte, um lange Kampfhandlungen zu führen. Falls die Franzosen das fortsetzen wollen, müssen sie die Zahl der Luftangriffe begrenzen und wesentliche logistische Maßnahmen treffen.“

    Die „Charles de Gaulle“ führt 18 Rafale-Jäger und acht Kampfflugzeuge des Typs Super Etendard mit.  Bisher hatten zwölf französische Kampfjets in Syrien operiert. Russland setzt unterdessen Erdkampfflugzeuge sowie Bomber verschiedener Typen massiv in Syrien ein. Vor der syrischen Küste hält sich außerdem ein russischer Marineverband mit dem Raketenkreuzer „Moskwa“ an der Spitze auf.

    Ein Reporter des französischen Senders Europe1, der sich an Bord der „Charles de Gaulle“ befindet, hatte am Sonntag berichtet, der Flugzeugträger habe bereits mit den Russen Kontakt aufgenommen. Vorerst gehe es dabei um keine unmittelbare Koordinierung der Kampfeinsätze, sondern um Fragen der Navigation, hieß es.

    Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin den Kommandeur des Kreuzers „Moskwa“ beauftragt: „Mit den Franzosen muss ein Direktkontakt aufgenommen und mit ihnen wie mit Verbündeten gearbeitet werden.“

    Wladimir Batjuk, Experte des russischen USA- und Kanada-Instituts, kommentierte nun für Kommersant FM, das Zusammenwirken russischer und französischer Marinekräfte werde zwar zum Kampf gegen den Terror beitragen, aber kaum eine Annäherung zwischen Russland und dem Westen zur Folge haben.

    „Russland und der Westen haben sehr ernsthafte Differenzen miteinander – nicht nur politisch, sondern vor allem ideologisch, wie es scheint. Moskau teilt nicht das Herangehen des Westens, dass dieser als Träger der höchsten Werte, Freiheiten und Menschenrechte berechtigt sei, die Welt nach seinem Gutdünken zu verändern und seine Ordnung zu etablieren. Moskau setzt sich für eine multipolare Welt ein, damit verschiedene Staaten mit unterschiedlichen Ansichten und unterschiedlichem Herangehen an Binnen- und internationale Fragen in dieser Welt gleichberechtigt koexistieren können“, sagte Batjuk.

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    Terrormiliz Daesh, Rafale, Raketenkreuzer Moskwa, Sergej Gorbatschow, Viktor Murachowski, Syrien, USA, Frankreich, Russland