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    Ausländische Investoren erwarten Lockerung der Russland-Sanktionen

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    Im Falle der Lockerung der Russland-Sanktionen könnte der Rückgang der staatlichen Investitionen in Russland durch den Zustrom von ausländischem Kapital ausgeglichen werden, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Nach dem Rückgang der Spannungen zwischen Russland und dem Westen angesichts der notwendigen Koordinierung der Anstrengungen im Antiterrorkampf ist zunehmendes Interesse an russischen Aktiva zu erkennen.

    Der Aktienmarkt verzeichnete in der vergangenen Woche dank dem Zustrom von ausländischen Geldern ein Wachstum. Der lokale Zustrom des spekulativen Kapitals in Russland ist das erste positive Signal, auf das ein weiterer Anstieg der Portfolio- und direkten ausländischen Investitionen folgen kann. Westliche Analysten empfehlen, im kommenden Jahr in russische Aktiva und den russischen Rubel zu investieren, wobei ihre wahrscheinliche Verteuerung prognostiziert wird.

    Deshalb ist eine Entspannung mit dem Westen äußerst wichtig für die Wiederbelebung der russischen Wirtschaft. Der Zustrom von Investitionen kann selbst bei formeller Beibehaltung der Russland-Sanktionen beginnen, falls zumindest informelle Verbote für die Geschäftsführung in Russland aufgehoben werden.

    Inzwischen sind objektive Merkmale des gestiegenen Interesses ausländischer Investoren an Russland zu erkennen. Das Unternehmen Wells Fargo mit einer Marktkapitalisierung von 240 Milliarden US-Dollar berichtete über eine mögliche Wiederherstellung der Investitionen in Russland. Seit 2014 hatte die Firma wegen der Abkühlung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen nicht mehr in Aktiva investiert. Doch angesichts der Berichte über die Pläne des russischen Präsidenten, eine Antiterrorkoalition mit dem Westen in Syrien ins Leben zur rufen, denkt Wells Fargo über die Wiederbelebung der Investitionen in Russland nach.

    Der Aktienmarkt verzeichnete in der vergangenen Woche vor dem Hintergrund der positiven Nachrichten ein Wachstum. Der MICEX-Index stieg zum ersten Mal seit März 2015 auf mehr als 1800 Punkte. Angesichts der Verbesserung der Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen begannen westliche Investoren mit dem „panischen“ Kauf von russischen Aktien.

    Das Wachstum des Aktienmarktes widerspiegelt die Hoffnungen der Investoren auf die Milderung der Positionen des Westens und einen möglichen Verzicht auf die Sanktionspolitik. Die Abschwächung des Sanktionskrieges würde die Revision der Bonitätsnote Russlands ermöglichen, so Analysten von Standard & Poor’s.

    Laut Experten der Investitionsbank Goldman Sachs wird das Jahr 2016 die beste Zeit für die Investitionen in die russische Nationalwährung werden.

    Die optimistische Stimmung der Investoren wird auch von Äußerungen der europäischen Politiker entfacht, die direkt von der Bereitschaft sprachen, mit Russland zu kooperieren. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach Ende der vergangenen Woche von der Rückkehr Russlands in die G8. Dies würde von der Position Moskaus bei der Lösung des Konflikts in der Ostukraine und der Teilnahme des Landes am Kampf gegen die Dschihadisten in Syrien abhängen.

    „Sollte Russland im Syrien-Konflikt wie bisher weiter gemeinsam mit uns an einer Lösung arbeiten, dann kann und sollte der Westen kein dauerhaftes Interesse haben, Russland aus der regelmäßigen Abstimmung zwischen den großen westlichen Nationen auszuschließen“, sagte Steinmeier. „Unser Interesse war es nie, Russland zu isolieren, oder aus den G8 wieder dauerhaft eine G7 zu machen.“

    Der deutsche Außenminister ist nicht der einzige Politiker in Europa, der einen Kurswechsel im Umgang mit Moskau in Erwägung zieht. Für die Verbesserung der Beziehungen zu Moskau äußerten sich auch die Chefs der CDU und der Linken-Partei. Der Grund sei die Syrien-Krise, die ohne Teilnahme Moskaus nicht gelöst werden könne. Die andauernde Sanktionspolitik und der Verzicht auf einen Dialog mit Moskau seien kontraproduktiv, sagen deutsche Politiker.

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    Sanktionen, Goldman Sachs, Frank-Walter Steinmeier, Syrien, Russland, Ukraine