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23:03 16 Juli 2019
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    Jordaniens König Abdullah II und Russlands Präsident Wladimir Putin

    Jordaniens König bei Putin: Moskau schlägt Brücke zu Sunniten via Amman

    © Sputnik / Alexei Nikolsky
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag in Sotschi mit Jordaniens König Abdullah II. die Syrien-Lösung und den Antiterrorkampf besprochen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Wie der russische Präsident betonte, sollten Russland und Jordanien ihre Anstrengungen im Kampf gegen internationalen Terrorismus bündeln. „Wir stehen im ständigen Kontakt. Es ist sehr angenehm für mich, dass unsere Militärs, Sicherheitsdienste in dieser Richtung vorgehen“, sagte Putin. Der jordanische König drückte sein Beileid wegen des Terroranschlags auf die russische  Passagiermaschine des Typs A321 auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel und des Absturzes des Su-24-Bombers an der türkisch-syrischen Grenze aus. Abdullah II. hob hervor, dass der Kampf gegen Dschihadisten nicht nur im Irak und Syrien erfolgen müsse, weil sich Terroranschläge auch in Saudi-Arabien, im Libanon und in Frankreich ereignen.

    Bei dem Gespräch wurde der Kampf gegen den „Islamischen Staat“ und die Koordinierung des russisch-jordanischen militärischen Zusammenwirkens besprochen.

    Die „Jordan Times“ hatte zuvor von einem heiklen Treffen des Königs und des russischen Staatschefs gesprochen. Putin, der enttäuscht vom Verzicht Washingtons auf Kooperation und Austausch von Aufklärungsdaten sei, versuche, die in die Sackgasse geratenen Friedensverhandlungen wiederzubeleben und alle Hauptakteure, darunter die Kritiker des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, dazu zu bewegen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Jordaniens Medien äußerten ebenfalls die Vermutung, Putin wolle Jordaniens König zum Beitritt zur russischen Koalition in Syrien bewegen, doch dies scheint eher unwahrscheinlich zu sein.

    „Jordanien tritt natürlich für die politische Regelung ohne Teilnahme Assads ein, doch Amman stellt sich bei dieser Frage nicht so offen und beharrlich gegenüber Syrien wie Katar oder die Türkei quer“, sagte der Experte Georgi Mirski. Doch falls Moskau Amman frage, ob es zum russisch-iranischen Lager in Syrien wechseln würde, werde das sunnitische Jordanien natürlich den Vorschlag ablehnen. Jordanien werde sich der russischen Koalition nicht anschließen, weil Amman wie auch Kairo von Washington bei Wirtschaftsfragen abhänge, so der Experte.

    Jordanien ist einer der wichtigsten Akteure bei der Lösung der Syrien-Frage. Jordanien ist das einzige Land der Koalition, das bei den Luftangriffen gegen IS einen Piloten verlor. In Jordanien befinden sich einige Stützpunkte, auf denen syrische Aufständische im Kampf gegen die Regierungstruppen ausgebildet werden. Zudem wurde Jordanien nach den Wiener Verhandlungen beauftragt, eine Liste der syrischen Terrororganisationen zu erstellen. Deswegen ist nicht ausgeschlossen, dass der Besuch des jordanischen Königs für Putin wichtiger als für König gewesen sei.

    Es sei nicht bekannt, wer wen zu überzeugen versucht habe – Putin den König oder umgekehrt. Vielleicht erklärte Abdullah II. Putin, dass der Krieg nicht beendet werden könne, solange Assad an der Macht bleibe, so Mirski. Putin könnte auch dem jordanischen König bei den Verhandlungen indirekt andeuten, dass Abdullah II. Ägypten, Saudi-Arabien und Katar dazu bewegen sollte, gegen IS zu kämpfen. Dschichadisten können nur mit sunnitischen Händen bekämpft werden, so der Experte.

    Trotz Sympathie des jordanischen Königs gegenüber Moskau (er sagte mehrmals, dass Russland der Hauptakteur bei der Syrien-Frage ist), ist eine Allianz zwischen Amman und Moskau kaum zu erwarten, weil dies die Beziehungen mit Saudi-Arabien und der Türkei abkühlen könnte.

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    Tags:
    A-321, Su-24, Wladimir Putin, Abdullah II, Syrien, Russland, Jordanien, Saudi-Arabien