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10:10 13 November 2019
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Präsident François Hollande

    Putin empfängt Hollande: Breite Anti-Terror-Front trotz Kampfjet-Abschuss

    © AFP 2019 / Stephane de Sakutin
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    Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt am heutigen Donnerstag seinen französischen Amtskollegen Francois Hollande zu Gesprächen über den gemeinsamen Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Am Dienstag hatte die Türkei einen russischen Bomber vom Typ Su-24 abgeschossen, was die Beziehungen zwischen Russland und dem Nato-Mitglied massiv belastet. Putin sprach von einem „Schlag in den Rücken“.

    Nach seinem Treffen mit US-Präsident Barack Obama in Washington sagte Hollande, Frankreich strebe eine enge Zusammenarbeit mit Russland an, wenn Moskau die Bereitschaft zeige, gegen den „Islamischen Staat“ zu kämpfen und sich für eine politische Lösung der Syrien-Krise einzusetzen.

    Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow unterstützt Moskau Hollandes Vorschlag, die syrisch-türkische Grenze zu schließen. Dem russischen Chefdiplomaten zufolge erschwert der Zwischenfall mit der abgeschossen Su-24 die Situation. Dennoch schließe dies nicht die Möglichkeit aus, dass die Bildung einer gemeinsamen  Anti-Terror-Koalition zustande komme. Das sei die einzige Möglichkeit, die Bedrohung durch den IS zu bekämpfen, so Lawrow.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf einen amerikanischen Abgeordneten beruft, versteht Washington die Notwendigkeit, eine gemeinsame Front gegen den „Islamischen Staat“ zu schaffen.  Das fehlende Vertrauen in Putin habe jedoch einen negativen Einfluss darauf. Washington könne mit Moskau die Gebiete für die Angriffe auf IS-Stellungen aufteilen, berichtete Bloomberg.

    Der ehemalige US-Diplomat Matthew Bryza ist der Auffassung, dass Frankreich versuchen wird, Russland in die von den USA geleitete Anti-Terror-Koalition stärker einzubinden. Zudem sagte der Experte, dass Putin den Abschuss des russischen Militärflugzeugs in Syrien nicht als „Krieg gegen Russland“ bezeichnet habe.

    Der französischen Russland-Expertin Tatiana Kastoueva-Jean zufolge wollen die Franzosen nach den Terroranschlägen in Paris eine Annäherung an Russland und einen koordinierten Anti-Terror-Kampf in Syrien. Die Türkei hat ihre Nato-Verbündeten mit dem Abschuss des russischen Flugzeuges in eine heikle Situation gebracht.

    Dem russischen Außenpolitik-Experten Andrej Kortunow zufolge betrachtet Europa den tragischen Su-24-Abschuss als unangemessene Reaktion der Türkei. Deswegen sollte der Zwischenfall Frankreich nicht davon abhalten, mit Russland eine Allianz einzugehen.

    Laut Bryza könnten die beiden Präsidenten eine engere Zusammenarbeit und die Erfüllung des in Wien abgestimmten Syrien-Plans vereinbaren. Paris diene weiterhin als Vermittler zwischen Russland und dem Westen. Hollande könne die Vermittlerrolle zwischen Moskau und Ankara übernehmen.

    Zudem müsse über die von Moskau angekündigte Stationierung von S-400-Flugabwehrraketen im syrischen Latakia gesprochen werden, weil sie für die Flugzeuge der westlichen Anti-IS-Koalition eine Gefahr darstellen könnten, so der Experte. Laut Bryza wird Hollande auf dieses Thema bei seinem Treffen mit Putin eingehen.

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    Terrormiliz Daesh, Su-24, Andrej Kortunow, Matthew James Bryza, François Hollande, Barack Obama, Wladimir Putin, Moskau, Russland, Türkei, Syrien, Frankreich