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    Soldaten die chinesischen Streitkräfte

    Erste Militärbasis im Ausland: China nistet sich in Afrika ein

    © REUTERS / Damir Sagolj
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    Kommersant
    2021416

    China will in Dschibuti seinen ersten Militärstützpunkt im Ausland einrichten. Offiziell ist diese von hochrangigen US-Militärs verbreitete Information bisher von Peking nicht bestätigt worden, schreibt die Zeitung Kommersant am Freitag.

    Allerdings hieß es in Peking, dass solch ein Projekt „notwendig" sei. Mit diesem Schritt wird China sein militärisches Potenzial erweitern sowie die vielen Wirtschaftsprojekte in Afrika schützen können.

    Die bevorstehende Eröffnung des Militärstützpunktes hatte der Befehlshaber des Afrika-Kommandos der USA, General David Rodriguez, in einem Interview mit der Washingtoner Zeitung The Hill publik gemacht. Ihm zufolge habe China ein Abkommen zur Errichtung einer Militärinfrastruktur in Djibouti für zehn Jahre abgeschlossen.

    Die Nachricht über die Errichtung des Stützpunktes kam nicht überraschend. In den vergangenen Jahren standen die Chinesen schon mit der Führung Dschibutis in Verhandlungen zu dieser Frage. Peking bestätigte gestern indirekt den Aufbau einer Militärbasis. Der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, Oberst Wu Qian, antwortete auf eine Presseanfrage, dass die Einrichtung einer Militärinfrastruktur „ein Verhandlungsgenstand“ sei. Nach Ansicht des Experten vom Moskauer Zentrum für Analyse von Strategien und Technologien, Wassili Kaschin, wird die Basis als logistisches Zentrum genutzt werden, in dem chinesische Patrouillenschiffe ihre Vorräte auffüllen können werden.

    Das winzige und nur 800 000 Einwohner zählende Dschibuti grenzt an Somalia, Äthiopien und Eritrea. Die hervorragende strategische Lage des Landes mit der Meeresenge Bab al-Manda, durch die täglich 3,8 Millionen Barrel Rohöl transportiert werden, macht es zu einem idealen Standort für eine Militärbasis. In dem Land gibt es bereits Stützpunkte der USA, Frankreichs und Japans. Wie der Experte Kaschin sagte, ist der Bau der Militärbasis der nächste Schritt zur Verwandlung Chinas in „eine normale Großmacht".

    In den vergangenen 15 Jahren investierte China nach Angaben seines Handelsministeriums mehr als 40 Milliarden US-Dollar in afrikanische Länder. Die Chinesen interessieren sich hauptsächlich für Projekte in den Bereichen Lebensmittel und Förderung von Bodenschätzen auf dem afrikanischen Kontinent.

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    Tags:
    Öl, Oberst Wu Qian, Wassili Kaschin, David Rodriguez, China, Afrika