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15:04 21 Oktober 2019
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    Taliban-Terroristen in Afghanistan (Archivbild)

    IS-Offensive in Afghanistan: Der Terror nähert sich den GUS-Grenzen

    © REUTERS / Stringer
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    Der Konflikt in Afghanistan erlebt eine neue heiße Phase und wird den Ereignissen in Syrien und im Irak immer ähnlicher, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Nach dem Sturm der strategisch wichtigen Stadt Kundus durch die Taliban-Kämpfer im Herbst haben die Behörden in Kabul und das am Hindukusch verbliebene Nato-Kontingent ein weiteres Warnsignal erhalten: Laut der britischen Zeitung „The Times“ hat die Terrormiliz „Islamischer Staat“ ein großes Gebiet im Osten Afghanistans nahe der Stadt Dschalalabad erobert.

    Das ähnelt dem Szenario des IS-Vormarsches in Syrien und dem Irak. Genauso wie im Nahen Osten nehmen die IS-Kämpfer zunächst ein kleines Territorium unter ihre Kontrolle, das zu einer Provinz ihres so genannten Kalifats ausgerufen wird. Die nächsten Schritte sind die Bildung von IS-Behörden und das Aufzwingen der islamistischen Lebensordnung, das von einer Massenflucht der Einwohner der jeweiligen Region begleitet wird. Dabei erleiden die afghanischen Sicherheitskräfte große Verluste (bis zu 500 Beamten jeden Monat), behauptet die „Times“.

    In der vorigen Woche hatten die Nato-Außenminister bei einem Treffen in Brüssel beschlossen, die Mission „Resolute support“ in Afghanistan, an der 12.000 Instrukteure und Militärberater teilnehmen, bis Ende 2016 zu verlängern. Sie sind hauptsächlich für die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte zuständig.

    Trotz der Verlängerung der Afghanistan-Mission schätzten die Chefdiplomaten die Gefahr einer IS-Etablierung am Hindukusch als unwahrscheinlich ein. Die Nato-Strategen bestehen nach wie vor darauf, dass das Kalifat-Projekt in Afghanistan unpopulär sei, auch wegen der Popularität der Taliban.

    In Moskau sieht man die Situation jedoch anders: Der russische Vizeaußenminister Anatoli Antonow verwies in einem Interview für die Nachrichtenagentur RIA Novosti darauf, dass der IS bereits 25 von 34 afghanischen Provinzen kontrolliert. Russlands Nato-Botschafter Alexander Gruschko sagte seinerseits gegenüber dem Fernsehsender Rossija-24: „Die Situation in Afghanistan spannt sich weiter an. Die Kämpfer der Taliban und des ‚Islamischen Staates‘ erobern immer größere Territorien.“

    Vor dem Hintergrund der IS-Expansion wurde jüngst über die Tötung des Taliban-Anführers Mulla Mansour berichtet. Sein Nachfolger wurde angeblich ein gewisser Mulawi Haibatullah Ahunsad.

    Die Taliban dementierten allerdings die Meldung über Mansours Tod. Im Internet wurde eine Audioaufnahme verbreitet, auf der eine männliche Stimme sagt: „Die Gerüchte über meine Verletzung bzw. Tötung stimmen nicht. Das ist nichts als feindliche Propaganda.“

    Ob diese Aufnahme authentisch ist, kann weder bestätigt noch widerlegt werden. Aber egal, ob Mullah Mansour getötet wurde oder nicht, sind selbst die Meldungen darüber symbolisch: Das ist ein Beweis dafür, dass die Anhänger des Taliban-Beitritts zum „Islamischen Staat“ immer stärker werden. Damit ist die Verbreitung des in Syrien und im Irak gestarteten Kalifat-Projekts nur eine Frage der Zeit.

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