11:22 08 Dezember 2019
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    «Tornado» des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 «Immelmann» bei einer Präsentation auf dem Fliegerhorst Jagel, 4. Dezember 2015

    Experten: IS-Gegner müssen Vorgehen im Nahen Osten abstimmen

    © AFP 2019 / DPA / CARSTEN REHDER
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    Nachdem Berlin beschlossen hat, die Bundeswehr in den Nahen Osten zu schicken, ist offensichtlich geworden, dass es im syrischen Himmel bald von Kampfjets wimmeln wird.

    Das bedeutet, dass die Teilnehmer des Anti-IS-Einsatzes – Russland und die von den USA angeführte Koalition – trotz der zahlreichen Kontroversen ihr Vorgehen miteinander abstimmen müssen, schreibt die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Montag.

    Die deutschen Behörden entschlossen sich für die Entsendung ihrer Militärs nach Syrien nach dem entsprechenden Aufruf des französischen Präsidenten Francois Hollande. Infrage kommen insgesamt 1200 Soldaten, mehrere Flugzeuge des Typs Tornado und eine Fregatte. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier  räumte ein, dass der Syrien-Einsatz lange dauern könnte: „Gegen einen Gegner wie ISIS brauchen wir langen Atem“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Andre Wüstner, schloss nicht aus, dass die Konfrontation mit IS zehn Jahre oder noch länger dauern könnte.

    Auch Großbritannien ist Anfang Dezember in den Syrien-Krieg eingetreten, indem es Bombenangriffe gegen die IS-Stellungen begann. Zuvor hatte London nach den Terroranschlägen in Paris am 13. November den Franzosen die Nutzung seines Fliegerstützpunktes auf Zypern erlaubt.

    Für einen großen Skandal sorgten die Berichte über den Aufenthalt türkischer Militärs auf dem irakischen Territoriums am vergangenen Wochenende. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erklärte, die türkischen Experten seien in den Irak gegangen, um das kurdische Peschmerga-Volksheer, das gegen IS kämpft, auszubilden. „Niemand sollte unsere Hilfe falsch bewerten. Die Türkei beansprucht nicht das Territorium anderer Staaten“, so Davutoglu. „Die Türkei kämpft gegen den Terror und gegen terroristische Organisationen.“ Dennoch forderte der irakische Präsident Fuad Masum Ankara auf, seine Soldaten vom irakischen Territorium abzuziehen. Auch der Iran kritisierte die türkischen Behörden dafür.

    Zu weiteren Aktivitäten in Syrien sind offenbar auch die USA bereit, die die IS-Stellungen seit September 2014 angreifen. Laut der libanesischen Zeitung „Al-Akhbar“ haben die Amerikaner bereits mit dem Bau eines neuen Militärstützpunktes im Nordosten Syriens begonnen.

    Der Leiter des russischen Zentrums für arabische und islamische Forschungen beim Institut für Orientalistik, Wassili Kusnezow, vermutete, dass es „keine einheitliche Koalition“ im Kampf gegen IS geben werde. Nach seiner Auffassung würden zwei Koalitionen (die proamerikanische und die russisch-schiitische) „parallel vorgehen“. Nach dem Zwischenfall um den Abschuss eines russischen Bombers durch die türkische Luftwaffe Ende November werde der Dialog zwischen Russland und dem Westen nicht problemlos verlaufen. Deshalb müsse Europa seine militärische Präsenz im Nahen Osten ausbauen und tue das auch. „Es ist ja offensichtlich, dass die 1200 deutschen Soldaten die Situation nicht ändern können. Das ist großenteils nur eine Andeutung. Das könnte aber künftig ein wichtiger Faktor werden. Das Problem beim Kampf gegen IS besteht darin, dass es keine einheitliche Strategie gibt. Deshalb ist nicht ganz klar, inwieweit er effizient verlaufen wird“, so Kusnezow.

    Der Militärexperte Michail Chodarenow äußerte seinerseits, dass Russland und die Teilnehmer der US-Koalition angesichts der Riesenzahl der Flugzeuge (allein Russland und die USA verfügen im Nahen Osten über jeweils etwa 70 und etwa 90 Kampfjets und Hubschrauber) ihr Vorgehen vereinbaren müssen. „In erster Linie werden die am Einsatz beteiligten Länder ihre Flugräume und Flugzeit teilen, weil an einem Krieg niemand interessiert ist“, betonte er.

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    Tornado-G, Terrormiliz Daesh, Fuad Masum, Irak, Türkei, Syrien, Deutschland