10:54 09 Dezember 2019
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    Situation in Jemen am 7. Dezember

    IS attackiert Arabische Halbinsel: Jemen-Lösung droht zu scheitern

    © AFP 2019 / Ahmad Al-Basha
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    Die für den 15. Dezember geplanten Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien im Jemen drohen zu scheitern. Die Terrorgruppe „Islamischer Staat" (IS) hat die Verantwortung für den Tod des Gouverneurs der jemenitischen Provinz Aden übernommen.

    Experten zufolge könnte sich der Süden der arabischen Halbinsel wegen der möglichen Vereitelung der Versuche zur friedlichen Regelung der Situation im Jemen in ein vollwertiges Kampfgebiet der IS-Miliz verwandeln, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag. 

    Der kaltblütige Mord am Gouverneur der jemenitischen Provinz Aden, Jaafar Mohammed Saad (sein Ehrengeleit wurde von einem Selbstmordattentäter mit einem verminten Auto angegriffen) schockierte die internationalen Vermittler, die zuvor ihre Aufrufe zum Beginn der Verhandlungen zwischen den Seiten des Jemen-Konflikts verstärkt hatten.

    Im Unterschied zur Mehrheit der Provinzen, auf deren Gebiet der militärische Widerstand andauert, ist Aden ein strategisches Gebiet im Süden mit dem Haupthafen Jemens, der von den Huthi-Rebellen befreit wurde. Aden erhielt faktisch den Status der Hauptstadt des Landes unter Leitung der international anerkannten Regierung.

    “IS” zeigt sich im Jemen nicht zum ersten Mal: Neben der anderen dort agierenden radikalen sunnitischen Gruppe „al-Qaida“ hatte er auch zuvor die Verantwortung für die Terroranschläge übernommen. Jedoch kann der Anstieg der IS-Aktivitäten im Jemen kurz vor dem Start der offiziellen Verhandlungen zwischen den Huthi-Rebellen und den Vertretern der von ihnen gestürzten Führung des Landes, ernstere Folgen haben. Die Konsultationen sollten ein wichtiger Schritt unter dem Gesichtspunkt der Umsetzung der Resolution des UN-Sicherheitsrats N2216 sein, demzufolge die Huthi-Rebellen auf Gewalt verzichten und ihre Truppen vom Gebiet aller von ihnen in ihre Gewalt genommenen Regionen, darunter Sanaa, abziehen sollen.

    Der stellvertretende Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar bin Mohammed Gargash, kritisierte diesen Vorfall und versicherte: Saudi-Arabien und seine Verbündeten werden weiter alles daran setzen, um im Jemen die legitime Regierung wiederherzustellen, und „die Versuche, dies mit terroristischen Methoden zu stören, werden keinen Erfolg haben".

    Politikexperte Alexander Ignatenko schloss nicht aus, dass auch in dieser Situation der “IS” nicht zum Nachteil, sondern entsprechend den Interessen Saudi-Arabiens agieren kann. Dem Experten zufolge kann die Ermordung des Gouverneurs der von Er-Riad unterstützten Führung Jemens vorteilhaft sein — als Maßnahme zum Kampf gegen die separatistischen Stimmungen im Süden der Insel, die in dieser Provinz traditionell besonders ausgeprägt sind.

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    Al-Qaida, Terrormiliz Daesh, Anwar bin Mohammed Gargash, Jaafar Mohammed Saad, Jemen