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    Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat ein Einreiseverbot für Muslime in die USA gefordert, schreibt die „Wedomosti“ am Mittwoch.

    „Donald Trump ruft zu einem völligen Einreiseverbot für Muslime in die USA auf, bis die Behörden des Landes verstehen, was vor sich geht“, heißt es in einer Pressemitteilung des Republikaners. Diese Maßnahme könnte auch US-Bürger muslimischen Glaubens betreffen, die sich derzeit im Ausland befinden. Zuvor hatte Trump vorgeschlagen, US-Muslime in einer Datenbank zu registrieren. Zudem sagte er, dass sich Muslime in der ganzen Welt über die Terroranschläge vom 11. September gefreut hätten.

    Viele ausländische Staats- und Regierungschefs, muslimische Gemeinden, Republikaner und das Weiße Haus reagierten ausgesprochen negativ auf die Äußerung Trumps. Der stellvertretende Präsidentenberater für Nationale Sicherheit, Ben Rhodes, sagte dem TV-Sender CNN, dass Trumps Worte den Terroristen Argumente lieferten, die andere davon überzeugen sollten, dass Amerika einen Krieg gegen Muslime führe.

    Trump hatte mit dieser Äußerung auf den Terroranschlag in San Bernardino am 2. Dezember reagiert, bei dem ein Ehepaar, das die Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterstützte, 14 Menschen erschoss und weitere 21 verletzte. US-Präsident Barack Obama sprach von einem Terroranschlag und rief dazu auf, sich gegenseitig nicht den Rücken zuzuwenden und die in den USA lebenden Muslime nicht zu diskriminieren. „Wir befinden uns jetzt im Kriegszustand. Unser Präsident will dies einfach nicht zugeben“, antwortete Trump auf die Kritik.

    Laut dem russischen USA-Experten Wladimir Wassiljew gibt Trump absichtlich lautstarke Erklärungen ab, um politisch zu punkten. „Obamas Botschaft wurde von Amerikanern sehr negativ wahrgenommen: Er sah wie ein Schüler aus, der sich rechtfertigt. Vor kurzem sagte Obama, dass sich Terroranschläge wie in Paris niemals in den USA ereignen könnten, doch vor einer Woche gab es schon den größten Anschlag seit dem 11. September“, sagte der Experte. Trump spreche Themen an, die die Amerikaner beunruhigen. Trotz seines skandalumwitterten Rufs sei Trump ein Instinktpolitiker, der die Ängste vieler Amerikaner beim Thema Sicherheit anspreche, so der Experte.

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    Muslime, US-Präsidentschaftswahl 2016, Donald Trump, USA