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17:24 17 Oktober 2019
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    Im österreichischen Spielfeld an der Grenze zu Slowenien haben die Bauarbeiten eines vier Kilometer langen Zauns begonnen

    Schengen vor dem Aus? Österreich baut Zaun gegen Flüchtlinge

    © AP Photo / Ronald Zak
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    Die Innenminister Deutschlands und Frankreichs, Thomas de Maiziere und Bernard Cazeneuve, haben die EU-Kommission zur Erweiterung der Vollmachten des EU-Grenzschutzdienstes Frontex aufgefordert, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Donnerstag.

    Ihnen zufolge soll damit der Flüchtlingsansturm gestoppt werden. Andernfalls müssten die europäischen Länder dieses Problem selbstständig lösen, was jedoch zu einem Zerfall der Europäischen Union führen könnte.

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    Österreich zäunt sich vor Migranten aus Slowenien ab

    Erst am Montag hatten die österreichischen Behörden mit der Errichtung eines 3,7 Kilometer langen und 2,2 Meter hohen Zauns an der Grenze zu Slowenien begonnen. Solche Zäune gibt es bereits in Spanien, Griechenland und Ungarn. Es ist aber das erste Mal, dass ein Zaun zwischen zwei Schengener Staaten gezogen wird.

    Die Österreicher wollen sich freilich nicht von den Slowenen abschotten, sondern von den Zuwanderern, die massenweise über den Balkan nach Europa kommen. Besonders Deutschland ist bei den Flüchtlingen aus Afrika und Asien beliebt. Dort wurden vor wenigen Tagen schockierende Angaben veröffentlicht, dass seit Anfang dieses Jahres allein offiziell 965 000 Migranten registriert worden sind. Die meisten von ihnen sind über Österreich in die Bundesrepublik gekommen.

    In Wien erwartet man, dass die Zahl der Einwanderer, die in Österreich bleiben wollen, 100 000 erreicht.

    Der Schengener Raum besteht aus 26 Staaten. Grenzkontrollen gibt es nur an den Außengrenzen.

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    Flüchtlingskrise: Lagerfeuer an der Grenze Slowenien-Österreich

    Die Österreicher haben es jedoch satt, so viele Migranten aufzunehmen bzw. durch ihr Territorium ziehen lassen zu müssen, und sind jetzt bereit, die Schengener Regeln zu verletzen. Auffallend ist, dass die Errichtung des Zauns am 7. Dezember begonnen hat, damit er bis Weihnachten zum größten Teil fertig ist. Dabei ließ sich Wien nicht von den Angaben der europäischen Statistikbehörden beeindrucken, dass der Flüchtlingsansturm im November nachgelassen habe.

    Der Zaun wird vorerst nur an einigen Grenzabschnitten errichtet. Mit einigen Grundstücksbesitzern muss weiterhin verhandelt werden. Winzer fürchten beispielsweise, dass ihre Trauben durch den Zaun beschädigt werden könnten. Die Behörden behaupten allerdings, dass es sich nicht um einen Betonzaun handele, sondern um einen Metallzaun, der schnell abgebaut werden könne, falls der Flüchtlingsansturm tatsächlich nachlassen sollte.

    In Slowenien hat man dagegen keine solchen Hoffnungen. Ljubljana plädiert für den Bau einer Betonmauer an der Grenze zu Kroatien, das dem Schengen-Abkommen bald beitreten könnte.

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    Migranten, Grenze, EU, Österreich