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    Saudi-Arabien: Alibi-Allianz gegen den Terror

    © AFP 2019 / Fayez Nureldine
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    Kampf gegen den IS (813)
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    Dem Kampf gegen den terroristischen Islam hat sich neben den bereits existierenden Anti-Terror-Koalitionen, angeführt von den USA und Russland, eine neue selbständige Kraft angeschlossen – eine Gruppe von islamischen Staaten unter Leitung des Königreiches Saudi-Arabien.

    Nach Ansicht russischer Experten will Riad mit dem neuen Anti-Terror-Bündnis jedoch nicht gegen den Terror kämpfen, sondern den Iran und ihm gegenüber loyale schiitische Gruppen im Nahen Osten eindämmen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Die Bildung einer islamischen Koalition gegen den Terrorismus hatte der saudi-arabische Verteidigungsminister Mohammad bin Salman am Dienstag in Riad angekündigt. Aus seiner Erklärung geht hervor, dass 34 Länder der islamischen Welt vereinbart haben, sich für den Widerstand gegen den Terrorismus zusammenzutun. Gleichzeitig gehört der Iran, einer der führenden islamischen Staaten, nicht dieser Koalition an.

    Die Reaktion Moskaus war zurückhaltend. „Hypothetisch ist die Bündelung der Bemühungen im Kampf gegen den Extremismus natürlich eine positive Erscheinung, aber bevor dies zu bewerten ist, müssen die Details verstanden werden, wie der Widerstand gegen den Extremismus geführt werden soll“, so der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow.

    Inzwischen rufen russische Experten dazu auf, die von Riad angeführte Koalition noch nicht als eine internationale Anti-Terror-Kraft zu betrachten, die dem IS Widerstand leisten wird. Nach ihrer Ansicht wird die neue Koalition für Riad zu einem Instrument zur Verteidigung seiner Führungsrolle in der Region beziehungsweise zum Mechanismus der Eindämmung seines geopolitisch größten Rivalen – des Iran.

    „Kurz vor der neuen Etappe von Verhandlungen zur syrischen Regelung legte Saudi-Arabien eine Liste von Terrorgruppen vor, die mit der Liste der in der Region agierenden schiitischen Organisationen fast vollständig übereinstimmt. Ein Musterbeispiel ist die libanesische Hisbollah, die zusammen mit Teheran die Regierungstruppen in Syrien unterstützt. Weltweit gibt es keine einheitliche Meinung darüber, ob die Hisbollah als eine Terrororganisation angesehen werden kann, doch für Riad gibt es keine Zweifel, dass die Hisbollah Terroristen sind. Die Bildung der Koalition, angeführt von Riad, ist der erste Schritt auf dem Weg zur Mobilisierung der sunnitischen Staaten für den Kampf gegen den Iran und gegen die mit ihm agierenden Gruppen im Nahen Osten“, meint einer der Experten.

    „Es handelt sich nicht um irgendwelche realen Kriegseinsätze. Bis jetzt sieht das wie ein von Saudi-Arabien initiiertes politisches Projekt innerhalb der islamischen Welt aus, das die Tätigkeit der Organisation der islamischen Staaten fördern und sie gezielter gegen Teheran ausrichten soll“, so der russische Politikwissenschaftler Grigori Kossatsch. Ihm zufolge kann die Bildung der von Riad angeführten Koalition für Moskau kaum als gute Nachricht angesehen werden, da sie Russlands Kampf gegen den IS erschweren könnte. „Dieses Anti-Iran-Projekt hat eine antirussische Ausrichtung aufgrund der engen Beziehungen zwischen Moskau und Teheran“, sagt der Experte abschließend.

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    Terrormiliz Daesh, Grigori Kossatsch, Dmitri Peskow, Syrien, Saudi-Arabien, Iran