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21:05 20 Oktober 2019
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    Migranten in Berlin

    Fremdenhass in Deutschland nimmt dramatisch zu

    © AFP 2019 / John Macdougall
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Laut einer Umfrage der Meinungsforschungsgesellschaft GfK im Auftrag der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen blicken die meisten Deutschen angsterfüllt in die Zukunft, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    89 Prozent der Befragten sehen „die gegenwärtige humanitäre Krise und die zunehmende Angst vor Terroranschlägen“ als größten Grund für künftige Probleme in Deutschland. Das hängt direkt mit der Migrationskrise zusammen, die in Deutschland Hauptthema bleibt. Nicht zufällig hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden vor kurzem aus rund 2.500 Vorschlägen „Flüchtling“ zum Wort des Jahres gewählt.

    Mit dem Flüchtlingsproblem befassen sich die Bundesregierung, die Landesregierungen, die lokalen Behörden, Wohltätigkeitsorganisationen und freiwillige Helfer. Doch das von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag verkündete Motto „Wir schaffen das“, während in Deutschland eine Million Flüchtlinge ankamen, verhallt. Dabei spielen Faktoren wie die Übervölkerung von Kleinstädten mit Migranten und die Sorge vor dem Verlust der Arbeitsplätze, die an junge Migranten vergeben werden könnten, eine Rolle.

    Vor diesem Hintergrund nimmt die gewaltsame Fremdenfeindlichkeit in Deutschland stark zu. Nach Polizeiangaben wurden in diesem Jahr mehr als 1.600 Angriffe auf Flüchtlinge registriert, was fast doppelt so viel als vor einem Jahr ist. Es gab doppelt so viele (3.625) Angriffe und aggressive Aktionen gegen Politiker, freiwillige Helfer u.a.

    Es kommt immer häufiger zu Anti-Migranten-Demonstrationen, Zusammenstößen zwischen Antifaschisten und Neonazis, Überfällen auf Asylunterkünfte. Am Mittwoch kam bei einem Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg ein Migrant ums Leben. In Stuttgart wurden Molotow-Cocktails auf das Gebäude der türkisch-islamischen Gesellschaft geworfen. Im sächsischen Jahnsdorf griffen Gewalttäter vor einer Asylunterkunft einen Bus mit Flüchtlingen an. Im niedersächsischen Salzhemmendorf warfen Unbekannte einen Molotow-Cocktail in eine Wohnung von Asylbewerbern.

    Umfrage in USA und Europa: Terrorgefahr verschärft Migrationskrise in Europa
    © Sputnik /
    Umfrage in USA und Europa: Terrorgefahr verschärft Migrationskrise in Europa

    Die deutschen Behörden, demokratische Parteien und Antifaschisten-Organisationen greifen zu verschiedenen Methoden, um diesen gefährlichen Tendenzen Widerstand zu leisten. Innenminister Thomas de Maiziere nannte die rechte Gewalt eine „Schande für Deutschland“. Grünen-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter beklagte, dass die Zahl der Attacken gegen Unterkünfte „nicht im Ansatz das wirkliche Ausmaß an Übergriffen“ widerspiegelt. „Rechte Gewalt hat in Deutschland eine neue tragische Dimension erreicht“, so Hofreiter. „Spiegel“-Kolumnist Jakob Augstein warnte in Bezug auf Europa, dass der Faschismus kein Phänomen der Vergangenheit sei. Doch dann ist es umso unklarer, warum in Deutschland im Januar eine Neuausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ erscheint.

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