04:56 25 November 2017
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    Lebensmittel-Embargo gegen Ukraine wird russische Wirtschaft nicht treffen

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    Rossijskaja Gaseta
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    Das Einfuhrverbot für Lebensmittel aus der Ukraine wird Russland nicht spüren, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

    Die Ukraine und die EU gingen nicht darauf ein, ein verpflichtendes Dokument zu unterzeichnen, dass die Risiken Russlands wegen der Schaffung des Freihandelsraums zwischen der Ukraine und der EU verringern soll. Deswegen treten am 1. Januar das Verbot für Lieferungen von ukrainischen Lebensmitteln nach Russland und der Übergang zum Nicht-Präferenz-Handelsverfahren zwischen beiden Ländern in Kraft.

    Laut Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew wird das Embargo für Russland nicht spürbar sein, weil der Import der ukrainischen Lebensmittel in den letzten Jahren ohnehin um das Neun- bzw. Zehnfache gefallen ist.

    Wie aus dem russischen Wirtschaftsministerium verlautet, ging die Einfuhr der Lebensmittel aus der Ukraine allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um das Zweifache im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum zurück und beläuft sich bei 351.290 Tonnen. Der Gesamtwert dieser Lieferungen ging angesichts der Abwertung des Griwna und Rubels fast um das Vierfache auf 268,88 Millionen US-Dollar zurück. Damit ist der ukrainische Lebensmittelimport nach dem Gewicht und dem Preis mit dem Import von Tomaten aus der Türkei in derselben Periode zu vergleichen.

    Lebensmittel und Agrarrohstoffe machen 5,7 Prozent des ukrainischen Exports nach Russland aus. Der ukrainische Anteil am russischen Lebensmittelimport fiel auf 1,2 Prozent, obwohl er bereits 2012 fünf Prozent ausmachte. Der Rückgang dieser Zahlen begann bereits vor den Ereignissen 2014 wegen der Ansprüche der russischen Aufsichtsbehörden Rosselchosnadsor und Rospotrebnadsor.

    Eine mehr oder weniger wichtige Rolle beim russischen Lebensmittelimport spielen ukrainisches Fleisch (3,9 Prozent in neun Monaten 2015), Kakao und Kakaoprodukte (3,2 Prozent), Alkohol- und andere Getränke (2,7 Prozent).

    Als einziges Ergebnis der Dreier-Verhandlungen gilt, dass die EU und die Ukraine die Notwendigkeit anerkannt haben, freiwillig GOST-Normen in Bezug auf Produkte des russisch-ukrainischen Handels anzuwenden. Doch die Frist der Übergangsperiode wurde nicht abgestimmt (Russland schlägt zehn Jahre, die EU – fünf Jahre vor). Im nächsten Jahr würden die Verhandlungen fortgesetzt, so Uljukajew. „Die Ukraine ist unser natürlicher Handelspartner, weshalb wir auf keinen Fall beabsichtigen, die Wirtschaftsbeziehungen zu brechen“, so der russische Wirtschaftsminister.

    Am Montag verlängerte der EU-Rat die Russland-Sanktionen bis 31. Juli 2016. Moskau bezeichnete diesen Beschluss als kurzsichtig. „Wir müssen feststellen, dass statt den Ausbau der konstruktiven Kooperation im Kampf gegen die größten Herausforderungen wie der internationale Terrorismus zu erreichen, Brüssel bevorzugt, weiter kurzsichtig Sanktionsspiele zu spielen“, hieß es im russischen Außenministerium.

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    Sanktionen, Lebensmittel, Rospotrebnadsor, Rosselchosnadsor, Alexej Uljukaew, Russland, Ukraine