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06:02 16 Juli 2019
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    Angereichertes Uran

    Iran führt Uran im Wert von 50 Millionen Dollar nach Russland aus

    © AP Photo / Dmitry Lovetsky
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    Atomkooperation zwischen Russland und Iran (55)
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    Russland hat aus dem Iran angereichertes Uran im Wert von mehr als 50 Millionen US-Dollar abtransportiert, schreibt die „Iswestija“ am Mittwoch.

    Laut einer Quelle in der russischen Atombranche soll Russland rund 40 Tonnen angereichertes Uran aus dem Iran abtransportiert haben. Eine genaue Zahl wurde offiziell weder von der russischen noch von der iranischen Seite genannt. US-Außenminister John Kerry sagte am Montag, es handele sich um 11.330 Kilogramm niedrig angereichertes Uran. Doch es könnte um eine deutlich höhere Menge gehen. Einer Quelle in der russischen Atombranche zufolge transportierte Russland insgesamt rund 40 Tonnen angereichertes Uran ab.

    Wie es in der russischen Staatskorporation Rosatom hieß, hat das ausgeführte Uran verschiedene Anreicherungsstufen, jedoch nicht höher als 20 Prozent (für militärische Zwecke sind mehr als 90 Prozent erforderlich).

    Das nach Russland abtransportierte Uran werde auf verschiedenen Plattformen verwendet. Aus Antiterrorgründen werde der Lagerungsort geheim gehalten, so die Quelle bei Rosatom. Je nach Anreicherungsstufe werde eine entsprechende Plattform zur Verarbeitung ausgewählt. Das Uran werde an den Iran nicht zurückgeliefert, weil die Islamische Republik im Gegenzug Natururan erhalten habe. Das iranische Uran werde ausschließlich zu zivilen Zwecken genutzt.

    40 Tonnen Uran kosten etwa 50,5 Millionen US-Dollar. Doch es handelt sich um ungefähre Zahlen, weil das iranische Uran je nach Anreicherungsstufe verschiedene Preise hat.

    AKW Buschehr (Archivbild)
    © AP Photo / Mehr News Agency/Majid Asgaripour

    Laut dem Energieexperten Sergej Kondratjew wird in der Atombranche vor allem Uran mit einer Anreicherung bis zu fünf Prozent genutzt, weshalb eine relativ hohe Anreicherungsstufe des iranischen Urans nicht als Vorteil betrachtet werden kann, weil für die Verarbeitung zusätzliches Geld erforderlich ist. Diese Aktion sollte eher als Beitrag Russlands zur Regelung des iranischen Atomprogramms betrachtet werden, so der Experte.

    Der Experte für Atomphysik, Professor Igor Ostrezow, ist anderer Meinung. In Russland gebe es auch AKW, die das iranische Uran nutzen können. Das seien Reaktoren mit schnellen Neutronen (AKW Belojarsk), so Ostrezow. Zudem sei der Abtransport von niedrig angereichertem Uran notwendig gewesen, damit es nicht in die Hände der Terroristen gerate.

    Laut der World Nuclear Association (WNA) lag die weltweite Uranförderung 2014 bei 56,22 Tonnen – 85 Prozent des Verbrauchs der AKW-Reaktoren im Jahr 2014. 40 Tonnen machen also 71 Prozent der vorjährigen Fördermenge aus. Dem russischen Institut für Energie und Finanzen zufolge stieg der Verbrauch des Atombrennstoffs deutlich an – zur Versorgung der AKW werden in diesem Jahr weltweit rund 68.900 Tonnen Triuranoctoxid U3O8 verwendet.

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    Tags:
    Uran, World Nuclear Association (WNA), Rosatom, Igor Ostrezow, Russland, Iran