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04:08 18 Oktober 2019
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    Flash Crash in USA: Schlimme Folgen für Russland?

    © REUTERS / Lucas Jackson
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    Der Einbruch an den amerikanischen Aktienmärkten zu Jahresbeginn wird für die russische Wirtschaft keine große Rolle spielen, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Montag. Davon zeigten sich die von der Zeitung befragten Experten überzeugt.

    In der ersten Woche dieses Jahres verzeichneten die US-Aktienkurse den größten Wertverlust seit 119 Jahren: Der Dow-Jones-Index verlor dabei 1079 Punkte, also sechs Prozent. Nur wenig besser war die Dynamik der anderen wichtigen Indizes wie S&P und Nasdaq, die „nur“ um etwa drei Prozent abstürzten.

    Den Hauptgrund dafür sehen Experten in den Befürchtungen um die Perspektiven der chinesischen Wirtschaft. Im Reich der Mitte schrumpften die Börsenindizes zu Jahresbeginn um ganze zwölf Prozent, weshalb der Handel mehrmals unterbrochen werden musste.

    Die Panik verstärkte sich durch die Senkung des offiziellen Wechselkurses des chinesischen Yuan auf 6,56 Yuan für einen US-Dollar. Das ist das niedrigste Niveau seit August 2015.

    Auch die Talfahrt der internationalen Ölpreise, die am vergangenen Donnerstag den Stand von 2003 wieder erreichten, könnte das Verhalten der Anleger beeinflusst haben. An der Londoner Börse sank der Preis für die Februar-Futures für die Ölsorte Brent auf 32,77 Dollar pro Barrel. Das löste eine rasche Abwertung der Aktien von US-Energieunternehmen aus, die in der vergangenen Woche etwa drei Prozent ihres Wertes verloren.

    In den USA sei „nichts Außergewöhnliches“ passiert, findet Alexander Abramow von der Moskauer Higher School of Economics. „Die US-amerikanischen Indizes waren seit langem überhitzt und was Anfang dieses Jahres passiert ist, war eine ganz normale Marktkorrektur, die durch die Probleme in China zusätzlich belastet wurde“, so der Branchenkenner. Das werde jedoch, so vermutet er, keine große Bedeutung haben – weder für die US-Wirtschaft noch für den russischen Aktienmarkt.

    Die allgemeine Situation werden vor allem zwei Aspekte bestimmen: die Ölpreise und die Erhöhung der Leitzinsen durch das Federal Reserve System (FED, US-Notenbank), so Abramow weiter. „Die Anhebung der Leitzinsen lässt Investoren auf die bereits entwickelten Märkte schauen. Die Schwankungen auf dem US-Markt könnten das FED eher moralisch beeinflussen und langsamer vorgehen lassen. Was aber Arbeitslosigkeit, Inflation und Wirtschaftswachstumstempo angeht, so spricht alles dafür, dass das FED den Leitzins auch weiter erhöhen wird. In der Geschichte der USA kam es noch nie vor, dass das FED eine Entscheidung getroffen, dann aber in der Gegenrichtung gehandelt hätte“, so der Experte.

    Finanzanalytiker Sergej Suwerow schloss demhingegen nicht aus, dass der russische Aktienmarkt dem US-Markt folgen wird. Er erwartet einen Rückgang der Kurse um drei bis fünf Prozent.

    Allerdings habe die Moskauer Börse auf die Situation in Übersee bereits teilweise reagiert: Vom 4. bis 6. Januar habe der russische Markt um 2,8 Prozent an Wert verloren, ergänzte Suwerow. Jetzt hänge alles von der weiteren Entwicklung in Amerika ab.

    Abramow glaubt seinerseits, dass der russische Aktienmarkt vielmehr von der Situation in China abhänge, denn globale Investoren fürchteten die Situation auf den Entwicklungsmärkten, zu denen auch der russische gehöre. „Üblicherweise kamen sie (die Investoren – Anm. d. Red.) am Anfang des Jahres mit ihrem Geld, aber die jüngsten Ereignisse in China werden sie davon abhalten“, vermutete der Experte Abramow.

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    Tags:
    US-Notenbank FED, Alexander Abramow, Russland, China, USA