04:45 20 April 2019
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    Terror-Miliz IS in Indonesien

    Jakarta ist ein Zeichen: Daesh eröffnet zweite Front in Asien

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    Die indonesische Hauptstadt Jakarta wurde am Donnerstag von einer für die Inselgruppe beispiellosen Anschlagsserie erschüttert, schreibt der „Kommersant“ am Freitag.

    In Jakarta ereigneten sich am Donnerstag sechs Explosionen und ein anschließender  Schusswechsel. Eine Bombe explodierte vor dem Eingang des Einkaufszentrums Sarinah, eine weitere vor dem Café Starbucks, eine vor der UN-Vertretung in Jakarta.

    An dem Angriff sei eine Gruppe von zehn bis 15 Extremisten beteiligt gewesen, darunter drei Selbstmordattentäter. „Sie kopierten den Anschlag in Paris“, so indonesische Polizei.

    Nach vorläufigen Angaben wurden bei den Zusammenstößen mit den Sicherheitsdiensten fünf Terroristen getötet, weitere vier wurden festgenommen. Laut unterschiedlichen Quellen handelte es sich um sieben bis 14 Opfer, darunter Indonesier und Staatsbürger Kanadas und der Niederlande. Wie die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, betonte, gebe es keine Informationen über verletzte Russen. Die Verantwortung für die Anschlagsserie wurde von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch als Daesh bekann) übernommen. Wie es in der IS-Erklärung heißt, waren die „Ziele ausländische Staatsbürger und Vertreter der Rechtsschutzorgane“.

    Die internationale Reaktion sowie der indonesischen Beamten auf die Ereignisse in Jakarta zeigen, dass die Terroraktion ein relativ ruhiges und bislang unauffälliges Land auf der Weltkarte potentiell von Terrorgefahr bedrohten Brandherde hinzufügte. Der indonesische Verteidigungsminister Ryamizard Ryacudu warnte vor möglichen weiteren Terroranschlägen sowohl in Jakarta als auch auf Bali.

    Die Bombenexplosionen in Jakarta waren die erste IS-Aktion in dem Land. Zuvor hatten einen Ausbau ihrer Tätigkeit in Indonesien nur angedroht. Die Angriffe wurden zur ersten Herausforderung für den neuen Präsidenten Joko Widodo, der erst im Herbst 2014 an die Macht kam.

    Die Indonesische Polizei nannte den indonesischen Staatsbürger Bahrum Naim, der 2011 zu drei Jahren Haft wegen des illegalen Waffenbesitzes verurteilt wurde, als Organisator der Angriffe. Nach der Freilassung begab er sich in die syrische Stadt Rakka. Nach seiner Rückkehr befasste er sich mit der Schaffung einer Filiale des globalen IS-Kalifats in Indonesien.

    „In Indonesien gibt es seit mehreren Jahren eine mit dem Nahen Osten nicht verbundene örtliche Dschihadismus-Tradition, deren Träger die Gruppierung Jemaah Islamiyah war. Sie war Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre am aktivsten“, sagte der Asien-Experte Dmitri Mossjakow. Der mit wachsenden Schwierigkeiten im Irak und Syrien konfrontierte IS versuche nun, neue Fronten im Umkreis der islamischen Welt zu schaffen. Indonesien könnte zum wichtigsten Ausgangspunkt der Terrormiliz in Asien werden, so der Experte.

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