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    Konkurrenz auf dem Ölmarkt: Russland muss Iran nicht fürchten

    © AP Photo / Hasan Jamali
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    Nach der Aufhebung der internationalen Sanktionen wird der Iran viel weniger Öl fördern können als er sich zunächst erhoffte, schreibt die Zeitung RBC Daily am Freitag.

    Von der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten glauben, dass Teheran nach der Aufhebung der Restriktionen nur die Hälfte der zuvor angekündigten Ölmenge gewinnen wird. An der Expertise nahmen insgesamt zwölf Branchenkenner teil, darunter Vertreter der Banken UBS und Saxo Bank.

    Ihnen zufolge könnten die Iraner die Ölförderung einen Monat nach Abschaffung der Sanktionen um lediglich 3,7 Prozent bzw. 100.000 Barrel pro Tag, in den folgenden sechs Monaten um 400.000 Barrel pro Tag ausbauen. Dabei hatte Irans Ölminister Bijan Namdar-Zanganeh behauptet, es werde mit 0,5 Millionen Barrel pro Tag binnen weniger Wochen und noch einmal 0,5 Millionen Barrel pro Tag innerhalb von sechs Monaten nach der Aufhebung der Sanktionen gerechnet.

    „Es ist meines Erachtens zweifelhaft, dass der Iran nach den vielen Jahren Sanktionen und fehlenden Investitionen die Fördermenge so schnell aufstocken kann“, sagte der Analytiker der Saxo Bank, Ole Hansen. „In diesem Fall bräuchten sie (die Iraner – Anm. d. Red.) wesentlich mehr Zeit, um ihr ganzes Potenzial zu entfalten“, so Hansen. Zugleich vermutete der Experte, dass die Erwartungen der Steigerung der Ölförderung im Iran einer der Gründe für den jüngsten Absturz der Ölpreise auf dem Weltmarkt gewesen sein könnten.

    Zuvor hatten die Iraner versprochen, um den verloren gegangenen Marktanteil zu kämpfen. Dass habe bedeuten sollen, dass sie mit Russland und den OPEC-Ländern unmittelbar konkurrieren würden, so Bloomberg. Saudi-Arabien hatte bereits die Preise auf einigen europäischen Märkten gesenkt.

    In Teheran schätzt man das Überangebot auf dem Ölmarkt auf 2,5 Millionen Barrel pro Tag ein, ist aber nicht bereit, die eigenen Lieferungen zu beschränken, solange die Fördermenge nicht den Stand vor den Sanktionen erreicht. Dem iranischen Vertreter in der OPEC, Mehdi Asali, zufolge sollten diejenigen Länder ihre Förderungmenge reduzieren, die ihre Lieferungen an frühere Abnehmer im Iran ausgebaut hatten.

    Vor dem Beginn der Iran-Sanktionen war die Förderung in der islamischen Republik bereits zurückgegangen, sodass sie 2008 im Durchschnitt vier Millionen Barrel pro Tag förderte, 2011 etwa 3,6 Millionen Barrel und im Dezember 2015 nur noch 2,7 Millionen Barrel.

    Irans Außenministerium teilte am Mittwoch mit, dass die IAEO am Freitag die Erfüllung der von Teheran übernommenen Verpflichtungen zur Beschränkung seines Atomprogramms bestätigen würde, sodass die Sanktionen ab nächster Woche allmählich aufgehoben werden könnten.

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    Sanktionen, Öl, IAEA (IAEO), OPEC, Ole Hansen, Bijan Namdar-Zanganeh, Russland, Iran