22:23 27 November 2020
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    Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat am Dienstag seine erste Nahost- und Nordafrika-Reise angetreten. Er besuchte Saudi-Arabien, auch der Iran und Ägypten stehen auf dem Programm, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Diese Gebiete waren einst das wichtigste Element der Großen Seidenstraße. China hat seinem größten außenpolitischen Projekt diesen Namen gegeben und will jetzt seine Positionen in der unruhigen Region durch Investitionen stärken. Dabei distanziert es sich absichtlich von religiösen und politischen Kontroversen zwischen den Nahostländern und versucht nicht, eine Seite in den Konflikten einzunehmen, die die Region zerreißen. Peking bevorzugt statt einer direkten Einmischung sanfte Einflüsse, Wirtschaftsexpansion und einen schrittweisen Ausbau der Militärpräsenz.

    Die Vertreter Chinas und Saudi-Arabiens unterzeichneten am Dienstag nach dem Treffen zwischen Chinas Staatschef Xi Jinping und dem saudischen König Salman bin Abdel-Asis al-Saud 14 Abkommen und Memoranden, darunter in den Bereichen aerokosmische Forschungen, Atomkraft und alternative Energien. Mit dem Iran sollen Abkommen im Finanzsektor, beim Autobahnbau und der Schaffung einer Freihandelszone unterzeichnet werden.

    China will Ägypten einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Dollar gewähren und eine Kreditlinie in Höhe von 700 Millionen Dollar für gemeinsame Projekte eröffnen. Peking betrachtet die Region nach der „1+2+3“-Formel. Punkt 1 ist der Kern der bereits vorhandenen Kooperation im Bereich traditionelle Energie. Punkt 2 ist ein neues Abkommen im Bereich Infrastruktur und Handel. Punkt 3 soll den künftigen Durchbruch in Energie und im aerokosmischen Bereich bringen.

    Laut dem chinesischen Experten Tao Wang ist die Atom- und Sonnenenergie eines der Hauptthemen bei den Verhandlungen mit Riad. „Saudi-Arabien ist mit zunehmendem Energieverbrauch konfrontiert“, so der Experte. Zum Jahr 2032 will Saudi-Arabien 55 Gigawatt Sonnenenergie herstellen und völlig auf die Verbrennung von Öl und Gas für diese Ziele verzichten.

    Eine weitere wichtige Station der Reise des chinesischen Staatschefs ist der Iran, den Xi Jinping eine Woche nach der Aufhebung der Sanktionen des UN-Sicherheitsrats, der USA und der EU besuchen wird. Peking unterstützte Teheran während der Einschränkungen und kaufte bei ihm 2011-2015 bis zu 600.000 Barrel Öl pro Tag und lieferte Telekommunikations- und Militärtechnologien. Laut dem Direktor der Agentur Rusenergy, Juri Kogtew, erhielt China während der Sanktionen große Ermäßigungen, die 40 bis 50 Prozent vom Weltpreis ausmachten.

    Die politische Strategie Chinas gegenüber dem Nahen Osten ist äußerst vorsichtig. Am 14. Januar veröffentlichte das chinesische Außenministerium das Dokument „Die Politik gegenüber arabischen Ländern“, das keine konkreten Bezeichnungen der Staaten enthält. Die „arabische Welt“ wird als eine monolithische Gemeinschaft dargestellt, deren einziges Problem der Mangel an chinesischen Investitionen ist. Peking enthält sich der Unterstützung einer Seite im syrischen und jemenitischen Konflikt sowie in der sunnitisch-schiitischen Konfrontation zwischen Riad und Teheran. Zudem wird in dem Dokument das Problem des „Islamischen Staates“ nicht einmal erwähnt.

    Laut dem Fernostexperten Alexander Lomanow handelt es sich dabei um eine bewusste Wahl Pekings. „ Die Chinesen gehen davon aus, dass der Westen die Region mit seiner imperialen Politik und der Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten in eine extreme Verbitterung geführt hat.“ Peking wolle den Schwerpunkt auf eine gemeinsame Entwicklung und Wirtschaftskooperation legen, ohne politische Auseinandersetzungen in den Vordergrund zu schieben, so der Experte.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Alexander Lomanow, Ägypten, Naher Osten, China