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    Kämpfer der Terrorgruppierung Daesh (Islamischer Staat)

    USA stufen Rolle der arabischen Staaten im Anti-IS-Kampf herab

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    Nesawissimaja Gaseta
    Kampf gegen den IS (813)
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    In Paris gab es am Mittwoch ein Treffen der Anti-Terror-Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“. Daran nahmen die Verteidigungsminister der USA, Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands, Italiens, Australiens und der Niederlande teil, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Bei dem Treffen wurde das Vorgehen der Koalition erörtert. Es wurde vereinbart, die Anstrengungen im Kampf gegen die Islamisten in Syrien und im Irak zu intensivieren.

    Die Sitzung fand unter Vorsitz von Pentagon-Chef Ashton Carter und des französischen Verteidigungsministers Jean-Yves Le Drian statt. Die Medien machten kurz vor Beginn des Treffens darauf aufmerksam, dass in Paris nur Vertreter von sieben westlichen Staaten zusammenkommen. Carter zufolge versammelten sich in Paris die Minister der Staaten, die die wichtigste Rolle in der Koalition spielen. Kanadas Verteidigungsminister war nicht angereist.

    Nach AP-Angaben erklärte Carter nicht, warum die kanadische Seite nicht nach Paris eingeladen wurde. Wie es in der oppositionellen Konservativen Partei Kanadas hieß, spielt das Land nach der Ankündigung der liberalen Regierung, die Kampfflugzeuge abzuziehen und das Engagement abzubauen, keine wichtige Rolle mehr in der Koalition. Dennoch fliegen kanadische Piloten weiterhin Angriffe gegen IS-Stellungen. Auf dem Stützpunkt in Kuwait sind 600 kanadische Piloten stationiert. Im Kampf gegen den IS werden sechs Kampfjets, ein Tankflugzeug und zwei Aufklärungsflugzeuge eingesetzt. Wann der Einsatz beendet wird, haben die kanadischen Behörden bislang nicht mitgeteilt.

    Zum Vergleich: Australien entsendete zwar sechs Flugzeuge für den Kampf gegen die Terroristen, doch seine Militärs nehmen nicht an Kampfeinsätzen teil. Die Niederlande schickten vier Flugzeuge, Deutschland beteiligt sich überhaupt nicht an Bombenangriffen. Dennoch wurde diesen Ländern die „Schlüsselrolle“ nicht verweigert.

    Einige Zeitungen machten ebenfalls darauf aufmerksam, dass kein russischer Vertreter an dem Treffen teilgenommen hat. Das ist aber nicht verwunderlich. Bislang gibt es keine einheitliche Koalition, zu der der russische Präsident Wladimir Putin bereits mehrmals aufgerufen hatte. Der Westen wirft Moskau Angriffe gegen die „gemäßigte Opposition“ vor.

    Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Sharm el-Sheikh
    © REUTERS / Amr Abdallah Dalsh

    Beobachter merkten ebenfalls an, dass keine arabischen Staaten nach Paris geladen wurden, obwohl die westlichen Staats- und Regierungschefs ihr Interesse an der Unterstützung durch die regionalen Akteure ausdrückten. Carter wollte mit seinen Kollegen besprechen, wie sunnitische Länder dazu bewegt werden könnten, ihre Anstrengungen im Anti-IS-Kampf zu verstärken. Vielleicht hängt dies mit der Unzufriedenheit der arabischen Führer zusammen, weil Washington nicht beharrlich genug die Idee des Sturzes von Präsident Baschar al-Assad voranbringt.

    Laut dem Politologen Alexej Fenenko geht es bei der Zusammensetzung des Treffens in Paris um eine Geste der US-Diplomatie gegenüber den europäischen Verbündeten. „Die USA zeigen erneut, wie bedeutend für sie die europäischen Nato-Verbündeten sind, die mehr als Kanada tun. Arabische Länder gehören nicht zur Allianz, weshalb ihre Abwesenheit naheliegend ist. Zudem wurde ihnen gezeigt, dass sie im Vergleich zu den westeuropäischen Ländern und den USA nicht die vorrangige Rolle spielen“, so der Experte.

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    Terrormiliz Daesh, Alexej Fenenko, Ashton Carter, Jean-Yves Le Drian, Kanada, Paris, USA