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    Mehr US-Raketen in Asien: Bei künftigen Konflikten werden sie gebraucht – Experten

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    Von Kommersant
    China und USA auf Konfrontationskurs (73)
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    Das Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) hat im Auftrag des Pentagons den Bericht „Wende Richtung Asien-Pazifik-Region: Möglichkeiten, Präsenz, Zusammenarbeit“ veröffentlicht. Ziel ist eine unabhängige Einschätzung der US-Strategie in der Region, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Die „Wende nach Osten“ fing 2011 an, früher als die russische. Zu den Gründen gehörten die Eindämmung Chinas und die Sicherung der führenden Rolle der USA in der regionalen Wirtschaft. Dem Bericht zufolge hält die Mehrheit der asiatischen Länder die USA für den wichtigsten Sicherheitsgaranten.

    Wegen der vielen Herausforderungen seitens Russlands, Chinas und Nordkoreas müssen die USA aber ihre Vorgehensweise umdenken. Die Verfasser des Berichtes fordern die US-Regierung auf, Militärstützpunkte zu stärken, die Verbündeten auszubilden und Zukunftswaffen zu entwickeln.

    Seit 2011 stationiert das Pentagon neue Kräfte. Die Abkommen mit den Verbündeten und die Militärpläne in der Region wurden erneuert, sodass die meisten regionalen Staaten nun US-Partner sind. Allerdings zwingen neue Hindernisse – die aggressiv betriebene chinesische Politik, die Verschlechterung der russisch-amerikanischen Beziehungen und die Kampflust Nordkoreas – die USA dazu, ihre Strategie zu ändern. Zudem betonen viele Politiker aus dem asiatisch-pazifischen Raum, die USA hätten in den vergangenen zwei Jahren ihre gesamte Kraft mehr für die Ukraine, den Iran und Syrien, als für Asien aufgewandt.

    Dem Bericht zufolge muss Washington eine einheitliche Asien-Strategie entwickeln, damit die Position der USA vorhersehbar wird und „rote Linien“ klarer gekennzeichnet werden. Laut US-Kongress sollen „Arbeitsgruppen für den asiatisch-pazifischen Raum“ gebildet werden. Der Bericht empfiehlt der US-Administration, den Regierungen in Asien häufiger ihre Position mitzuteilen. Die CSIS-Experten empfehlen Washington, „das gegenseitige Vertrauen“ mit Peking zu stärken und einen Krisenmechanismus gegen Zwischenfälle auf hoher See zu schaffen.

    Die Verfasser des Berichtes betonen zudem, dass die USA ihre Verbündeten stärken müssten: Washington könnte dafür das so genannte „federated approach“ („integriertes Verfahren“) nutzen. Diese Herangehensweise erfordert die Teilung der Entwicklung neuer Technologien, die Ausbildung von Soldaten und den Schutz vor Bedrohungen gegen die USA und die verbündeten Länder. Die CSIS-Experten glauben, die USA sollten, unterstützt von der Japanischen Bank für Internationale Zusammenarbeit, die Verbündeten mit Beobachtung- und Überwachungsmitteln im Südchinesischen Meer versorgen, um einen „verdeckten Angriff“ Chinas verhindern zu können.

    Die physische Präsenz der USA in der Region soll ausgedehnt werden: Die Militärstützpunkte in Japan, Südkorea, Australien und auf der Guam-Insel sollen verstärkt und die asiatisch-pazifische Flotte („United States Pacific Fleet“) aufgerüstet werden. Dem Bericht nach soll Washington einen zweiten Flugzeugträger in die Region schicken und auf dem Militärstützpunkt im japanischen Yokosuka stationieren. Die CSIS-Experten empfehlen, mehrere Atom-U-Boote der Los-Angeles-Klasse auf der Guam-Insel und im Indischen Ozean zu stationieren, um den globalen Handel besser kontrollieren zu können. Die steigende Zahl von Flugplätzen, Luftkissenfahrzeugen und die Verstärkung der Raketenabwehr von US-Militärstützpunkten würden in der Region nützlich sein.

    China, Nordkorea und Russland entwickeln ständig neue Raketen-Technologien. Dem Bericht zufolge sollen deswegen THAAD-Systeme in Südkorea stationiert und die Raketenabwehr der Guam-Insel verstärkt werden.

    Die Verfasser des Berichts halten die „Beschleunigung der Entwicklung von innovativen Möglichkeiten und Konzeptionen“ für die wichtigste Aufgabe: Demgemäß sollen jährliche Wettbewerbe zwischen einem Team von Militärprofessoren und einem Team von Sicherheitsdiensten durchgeführt werden. Zur ersten Aufgabe gehöre die Überwindung von Chinas wachsendem Potential zur Zugriffsblockierung (A2/AD), so die CSIS-Experten. Die USA müssen neue Kampfdrohnen, Raketen, hochmoderne Raketenabwehrwaffen („railguns“), unbemannte Flugzeuge und U-Boote entwickeln. Laut dem Bericht soll die Verstärkung des Potentials im Weltall, im Cyberraum und bei der elektronischen Bekämpfung die neuesten militärischen Leistungen Chinas übertreffen.

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