02:10 26 April 2019
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    US-Außenminister John Kerry in Peking

    Sanktionen gegen Nordkorea: Kerry blitzt bei China ab

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    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)
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    Die Besuche des US-Außenministers John Kerry in Laos, China und Kambodscha sind anders verlaufen als erwartet. Dem US-Chefdiplomaten gelang es nicht, sich mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi auf Sanktionen gegen Nordkorea zu einigen.

    Bei seinen Besuchen in Laos und Kambodscha scheiterte Kerry bei dem Versuch, die beiden Länder bei den Konflikten mit China im Südchinesischen Meer als Partner zu gewinnen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Die Asien-Reise des US-Außenministers dauerte vom 25. bis 27. Januar: Zuerst versuchte Kerry Vientiane und Phnom Penh zu überzeugen, im Rahmen der südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) gemeinsam gegen die chinesische Aggression im Südchinesischen Meer vorzugehen, weil viele regionale Länder mit China wegen kleiner Inseln im Clinch liegen.

    Laos, das im kommenden Jahr den ASEAN-Vorsitz innehat, beharrt auf eine bilaterale Lösung der Gebietskonflikte. Kambodscha hatte sich 2012 ähnlich verhalten, weil es politisch und wirtschaftlich von China abhängig ist. Dem Weißen Haus zufolge profitiert nur China von der bilateralen Konflikt-Beilegung – wegen seiner großen wirtschaftlichen und militärischen Rolle in der Region. 2011 hatte US-Präsident Barack Obama die „Wende nach Asien“ bekanntgegeben.

    Alexander Gabujew vom Moskauer Carnegie Zentrum ist der Ansicht, dass die fehlende Asien-Strategie der USA einen negativen Einfluss auf die ergebnislose Reise Kerrys ausgeübt hat. Ihm zufolge wollte das Weiße Haus vor der Präsidentschaftswahl seine wichtigsten Punkte in der Außenpolitik einfach nur bekräftigen.

    Während der Reise gelang es Kerry nicht, seinen chinesischen Amtskollegen Wang Yi zu überzeugen, sich der Koalition der Länder, die Sanktionen gegen Nordkorea fordern, anzuschließen. Nach Nordkoreas Atomtest am 6. Januar 2015 hatten die USA, Japan und Südkorea vereinbart, gemeinsam Finanz- und Handelsbeschränkungen gegen Pjöngjang anzustreben. In Peking scheiterte Kerry jedoch mit dem Versuch, China mit ins Boot zu holen.

    Wang Yi unterstützt die Notwendigkeit einer neuen UN-Resolution. Der chinesische Außenminister unterstrich jedoch, dass sich China bei seiner Position nicht von Emotionen leiten lässt und das Dokument keine neue Konfrontationswelle auslösen soll.

    Laut James Schoff vom Carnegie Zentrum in Washington konnten die USA im vergangenen Jahr ihre Beziehungen zur Mehrheit der ASEAN-Länder vertiefen, das Abkommen über Transpazifische Partnerschaft unterzeichnen und die Integration in Südostasien voranbringen. Jetzt sei jedoch offensichtlich, dass die USA in der Region an ihre Grenzen stoßen. Schoff ist der Meinung, dass die USA nicht imstande sind, Laos, Kambodscha und China ihre Meinung aufzuzwingen und dafür einen Krieg zu beginnen.

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    Sanktionen, Alexander Gabujew, John Kerry, Barack Obama, Nordkorea, USA, China