20:34 15 Juli 2020
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    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)
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    Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo Tsushin berichtet unter Berufung auf Regierungsquellen, dass Nordkorea den Test von Raketen vorbereitet, die die USA angreifen könnten. Die USA und Südkorea bestätigten „verdächtige Vorbereitungen“.

    Beide Länder sprechen von einer „neuen Herausforderung für die internationale Gemeinschaft“ und fordern eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Am 6. Januar 2016 hatte Nordkorea Atomtests durchgeführt, was von der internationalen Gemeinschaft verurteilt wurde. Im UN-Sicherheitsrat wird ein neues Sanktionspaket gegen Pjöngjang vorbereitet. Das letzte Mal hatte Nordkorea im Dezember 2012 die ballistische Langstreckenrakete „Unha-3“ getestet. Pjöngjang sprach damals vom „friedlichen Charakter des Starts“ und der „Verwirklichung des allgemeinen Rechts auf die Erschließung des Weltraums“. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea allerdings Tests von ballistischen Raketen.

    Kyodo Tsushin berichtete, dass auf dem Raketenversuchsgelände in der nordkoreanischen Provinz Pyongan in letzter Zeit Aktivitäten zur Vorbereitung des Starts einer ballistischen Langstreckenrakete registriert worden seien. Demnach könnte Nordkorea diese Woche die Rakete testen.

    In Seoul und Washington sorgte diese Nachricht für großes Aufsehen. Wie ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums sagte, wurden entsprechende Befürchtungen zum Teil bestätigt. Südkorea fürchte neue Provokationen des nördlichen Nachbarn. Aus Seoul heißt es, Pjöngjang hätte kein Schifffahrtverbot im Raum des möglichen Absturzes der Raketenteile verhängt. Zudem habe Seoul keine Informationen über die Vorbereitung der Tests.

    Das südkoreanische Militär räumte jedoch ein, dass Nordkorea Ende 2015 die Modernisierung und den Ausbau des Raketenstartgeländes Tongch'ang-dong beendet hat: Unter anderem wurde dabei der Raketensilo von 50 auf 67 Meter vergrößert und die Straße zwischen der naheliegenden Eisenbahnstation und dem Hangar jetzt eine Abdeckung in 50 Metern Höhe hat. Nordkorea könnte also heimlich Raketenteile bis zum Versuchsgelände transportiert haben, ohne dass Spionagesatelliten dies bemerkten.

    Südkoreanische Experten vermuten, dass es sich um eine modernisierte ballistische Entwicklung der Langstreckenrakete KN-08 („Hwasong-13“ oder „Nodon-S“) mit einer Reichweite von 13.000 Kilometern handelt. Mit dieser Rakete könnte Nordkorea den kontinentalen Teil der USA angreifen. Bis dato hat Nordkorea diese Raketen nicht getestet. Bei der Militärparade am 10. Oktober 2015 war die neu entwickelte Rakete jedoch präsentiert worden. Westliche Experten glauben, dass Nordkorea Raketentechnologien aus der Ukraine bezogen, die Triebwerke verbessert und die Reichweite vergrößert haben könnte. Um die Verlässlichkeit und Effizienz der Rakete zu prüfen, muss Pjöngjang die Rakete jetzt testen.

    Den Behörden in den USA und in Südkorea zufolge verstoßen die Tests gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrates und stellen „eine neue Herausforderung für die internationale Gemeinschaft“ dar. Die Japaner forderten eine Verschärfung der Nordkorea-Sanktionen der Weltgemeinschaft.

    Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums verfügt Nordkorea über rund 2.000 ballistische Raketen des Typs KN unterschiedlicher Entwicklung. Den Kern bilden Raketen der Klasse „Scud“ (ca. 600) und „Nodon“ (ca. 200). Zudem entwickelt Nordkorea ballistische unterwassergestützte Raketen und kleine Atomsprengköpfe.

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    Atomwaffen, USA, Südkorea, Nordkorea