07:44 06 Dezember 2019
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    Raketenabwehrsystem THAAD

    USA drohen mit Aufstellung von Abwehrraketen in Südkorea

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    Die USA könnten ihrem Außenminister John Kerry zufolge in Südkorea das Raketenabwehrsystem THAAD zum Schutz ihrer Verbündeten stationieren, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Die USA haben den Einsatz bei den Verhandlungen mit China zum nordkoreanischen Atomprogramm erhöht. Kerry verhandelte in Peking mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi und forderte China auf, Pjöngjang am Ausbau seines Atompotentials zu hindern. Falls China diesem Rat nicht folgen sollte, will Washington Schritte unternehmen, die von Peking heftig kritisiert werden. Dabei handelt es sich um die Aufstellung eines mobilen Raketenabwehrkomplexes vom Typ THAAD in Südkorea. Dieses System ist zum Abfangen von Raketen mit einer Reichweite bis zu 1.000 Kilometern und ballistischen Mittelstrecken-Raketen vorgesehen, die bis zu 3.500 Kilometer weit fliegen können.

    Zuvor hatte sich Seoul geweigert, Raketenkomplexe auf seinem Territorium zu stationieren, weil dies negative Reaktionen in Peking auslösen würde. Doch die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye änderte ihre Position und betonte, dass sie diese Möglichkeit erörtern werde. Die Chancen für die Umsetzung der Pläne steigen weiter – wie die japanische Agentur Kyodo berichtete, könnte Nordkorea innerhalb einer Woche eine Langstreckenrakete starten.

    Kerry griff zu einem weiteren Druckinstrument. Peking soll die Öllieferungen nach Nordkorea verringern. Zudem sollen chinesische Banken und Unternehmen Nordkorea den Zugang zu ausländischen Währungen versperren. Falls Peking darauf nicht eingeht, könnten US-Sanktionen gegen chinesische Firmen verhängt werden, die mit Pjöngjang kooperieren.

    Wie wird die Reaktion Pekings ausfallen? Laut dem russischen Fernost-Experten Alexander Larin stellen die nordkoreanischen Atomwaffen sowohl für China als auch für andere Nachbarländer eine Gefahr dar. Dennoch wolle China nicht den Eindruck erwecken, dass es irgendwelche Schritte gegen Nordkorea unter Druck der USA unternehme. Für Peking sei es wichtig, den USA und der Welt zu zeigen, dass es selbstständig vorgeht. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass der Druck der USA China dazu bewegen könnte, sich eindeutiger zu positionieren und zu versuchen, Nordkorea zu beeinflussen, so der Experte.

    Mehr zum Thema: Konflikt mit China könnte für USA zu blutiger Katastrophe führen – US-Journal

    Laut einem chinesischen Experten kann man nicht von einer völligen Abhängigkeit Pjöngjangs von Peking sprechen. „Man sollte sich nicht ausschließlich auf China stützen und glauben, dass es Nordkorea dazu bewegen wird, auf das Atomprogramm zu verzichten, insbesondere wenn die USA ihren im Kalten Krieg entstandenen feindlichen Kurs fortsetzen.”

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    Luftabwehrsystem THAAD, John Kerry, Südkorea, China, USA