22:36 05 Dezember 2019
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    Mit dem Fahrrad überqueren Flüchtlinge die russische Grenze nach Norwegen

    Kalte Welle: Norwegen und Russland stehen Migrantenstrom in EU hilflos gegenüber

    © REUTERS / Fyodor Porokhin
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    Vor kurzem hat die EU-Kommission darüber berichtet, wie Migranten ihren Weg nach Europa finden. Rund 6.000 Flüchtlinge (die Mehrheit aus Syrien, Afghanistan und dem Irak) kamen 2015 und Anfang dieses Jahres über den russisch-norwegischen Grenzübergang Borissoglebsk-Storskog, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Freitag.

    Die „Fahrrad-Migranten“ passieren die Grenze per Velo. Die norwegische Polizei hat die Bürger in der Finnmark dazu aufgerufen, ihre nicht mehr benötigten Fahrräder abzugeben, damit die abzuschiebenden Migranten per Rad zurück nach Russland fahren können. Später einigten sich Oslo und Moskau darauf, die Migranten mit Bussen zu transportieren. Diese Woche kündigte Russland jedoch an, die Aufnahme der Migranten aus Sicherheitsgründen einzustellen.

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, dass viele Migranten bei der Angabe ihres Reiseziels gelogen hatten. Wie sich gezeigt hat, hatten die Flüchtlinge nur ein Ziel: die Einwanderung nach Norwegen oder in ein anderes europäisches Land.

    Mit dem Fahrrad überqueren Flüchtlinge die russische Grenze nach Norwegen
    © AFP 2019 / NTB SCANPIX / Cornelius Poppe

    Rund 700 Flüchtlinge sollen die russische Staatsbürgerschaft, ein Mehrfachvisum oder eine Aufenthaltsgenehmigung in Russland haben. Doch Oslo und Moskau wissen nicht, was mit dem Rest (4.800 Flüchtlinge) getan werden soll. Weder Russland noch Norwegen wollen diese Migranten.

    Norwegens Außenminister Børge Brende kündigte für die nächste Woche Gespräche mit Moskau über die Flüchtlinge an. Er schloss nicht aus, dass die Seiten das Abkommen ändern oder ein neues Dokument vereinbaren werden. Die norwegische Regierung zeigte Verständnis für Russland, die Migranten nicht aufnehmen zu wollen.

    Bürger der so genannten Pomorje-Region dürfen einen Teil der Kola-Halbinsel und die Nordprovinz Finnmark ohne Visum besuchen.

    Als das entsprechende Dokument unterzeichnet wurde, hatte keiner vermutet, dass Tausende Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten mit Fahrrädern in diese Gegend kommen werden. Die norwegischen Medien berichteten unter Berufung auf die Regierung, dass eine Visapflicht an der nördlichsten Grenze Europa nicht in Frage kommt, weil es den strategischen Interessen Moskaus und Oslo widerentspricht.

    Afghanen, Iraker und Syrer kommen per Fahrrad nach Norwegen und hegen die Hoffnung, dass sie zu den 20 Prozent von Flüchtlingen gehören werden, denen die Behörden erlauben, in Norwegen zu bleiben.

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