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    Flugzeugabsturz über Sinai: Sind Graue Wölfe dafür verantwortlich?

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    A321-Absturz über Sinai (104)
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    Das russische Ermittlungskomitee hat ein Verfahren wegen eines Terroranschlags an Bord des A321 eingeleitet, der am 31. Oktober 2015 auf die Halbinsel Sinai abgestürzt war, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Damals waren alle 224 Insassen der Maschine ums Leben gekommen.

    Wie der Vizeleiter des Apparats des Nationalen Anti-Terror-Komitees, Jewgeni Iljin, mitteilte, war diese Katastrophe zunächst im Sinne des Artikels „Verletzung der Sicherheitsregeln im Luftverkehr, die zum Tod von zwei bzw. mehr Personen geführt hat“, ermittelt worden.

    Allerdings betrachten die Ermittler die A321-Katastrophe seit Mitte November 2015 als Anschlag. Damals hatte der Direktor des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB), Alexander Bortnikow, Präsident Wladimir Putin mitgeteilt, dass im Gepäck der Fluggäste „Spuren eines Sprengstoffs ausländischer Produktion“ entdeckt worden seien.

    Die Verantwortung für den Anschlag hatte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) übernommen und zugleich ein Foto des selbstgebastelten Sprengsatzes veröffentlicht. Er bestand aus einer Aluminiumdose und soll mit 250 bis 300 Gramm C-4-Sprengstoff gefüllt gewesen sein.

    Infografik: Sprengkraft: Was 1 kg TNT anrichtet

    Vermutlich hatte ein Mitarbeiter des Flughafens Scharm-El-Scheich den Sprengsatz an Bord gebracht. Erst in der vorigen Woche berichteten zahlreiche Medien, dass eine mit der Organisation des Anschlags verbundene Person festgenommen worden sei. Diese Informationen wurden jedoch sowohl von den ägyptischen Behörden wie auch von Vertretern des russischen Anti-Terror-Komitees dementiert.

    FSB-Chef Bortnikow hatte darüber hinaus Ende Dezember 2015 gesagt, seine Behörde habe eine Ahnung, wer den Anschlag organisiert haben könnte, nannte diese terroristischen Strukturen allerdings nicht. Eine Quelle im FSB verriet, dass es sich um die türkische radikale Gruppierung „Graue Wölfe“ handele, die mit dem IS verbunden und in vielen Ländern, darunter in Ägypten, aktiv sei.

    Diese in den späten 1960er Jahren gegründete Organisation ist für zahlreiche weltweit bekannte Verbrechen verantwortlich, darunter für das misslungene Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981.

    Die „Grauen Wölfe“ sollen sich auch an den Kriegshandlungen in Tschetschenien in den 1990er Jahren beteiligt haben, sie sollen unter anderem die dortigen Separatisten mit Waffen versorgt haben.

    Zudem gab ein Mitglied dieser Gruppierung zu, einen der beiden Piloten des am 24. November 2015 abgeschossenen russischen Kampfjets Su-24 getötet zu haben, der sich per Schleudersitz gerettet hatte.

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    Su-24, A-321, Grauen Wölfe, Terrormiliz Daesh, Alexander Bortnikow, Jewgeni Iljin, Russland, Sinai-Halbinsel