11:23 19 April 2019
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    Truppenverlegung nach Libyen: Westen erwägt weitere Front im Anti-IS-Kampf

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    Nesawissimaja Gaseta
    Kampf gegen den IS (813)
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    Großbritannien und die USA erwägen einen Militäreinsatz gegen die Dschihadisten in Libyen. Rund 1.000 Soldaten sollen entsendet werden, um die Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu bekämpfen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Nach Angaben der „Times“ reisen Militärs und Diplomaten der USA und Großbritanniens fast ununterbrochen nach Libyen, um dort potenzielle Verbündete zu finden. Zunächst sollen Spezialeinheiten nach Nordafrika geschickt werden. Später sollen 1.000 Militärs die libysche Armee ausbilden und den Migranten-Schmuggel nach Europa unterbinden.

    Die britische „Financial Times“ hatte zuvor berichtet, dass US-Militärs in Libyen im Vorfeld eines Militäreinsatzes Kontakte mit einheimischen Gruppierungen knüpfen wollen. Pentagon-Sprecher Peter Cook bestätigte, dass die USA „militärische Optionen“ in der Region prüfen. 

    Der Stabschefs der US-Streitkräfte, General Joseph Dunford, kündigte „entschlossene militärische Maßnahmen zusammen mit dem politischen Prozess gegen die Terrororganisation“ an. Nach Angaben der „New York Times“ sammelt das US-Verteidigungsministerium Daten in Nordafrika, um eine dritte Front (nach dem Irak und Syrien) gegen die Dschihadisten zu eröffnen. Dabei geht es um einen Luftwaffeneinsatz und punktuelle Angriffe von Sondereinheiten.

    Mitte Januar hatten der amerikanische Verteidigungsminister und seine europäischen Amtskollegen unter anderem über die Libyen-Frage gesprochen: Washington, London und Paris sind sich darin einig, dass die Terrororganisation zerschlagen werden muss, bevor der Dschihadismus zum „integralen Teil Libyens“ wird. 

    Dem russischen Orientalisten Oleg Bulajew zufolge plant die Nato einen Militäreinsatz in Libyen, wobei mit Widerstand gerechnet werden müsse.

    Außerdem spitzt sich die Lage in Libyen zu: 3.000 Dschihadisten wollen die Öllagerstätten in Ras Lanuf und Al-Sidr unter ihre Kontrolle bringen.

    Der frühere CIA-Vize Michael Morell warnte vor dem großen Potential des „Islamischen Staates“ in Libyen. Der Chef der UN-Unterstützungsmission in Libyen, Martin Kobler, äußerte die Besorgnis, dass der politische Prozess in Libyen langsamer verlaufe als der Vormarsch des „Islamischen Staates“. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian warnte davor, dass IS-Terroristen sich unter die Flüchtlinge in Europa mischen und Terroranschläge verüben könnten.

    Die Afrikanische Union (AU) schlägt vor, eine Sondergruppe aus fünf Ländern zu bilden, die den Konflikt in Libyen löst. Dem Sicherheitsbeauftragten der AU, Smaїl Chergui, zufolge hängt die Effizienz des Anti-Terror-Kampfes aber auch „von der Regierung vor Ort“ ab. Experte Bulajew glaubt, dass eine Beteiligung der Afrikanischen Union an der Libyen-Lösung zurzeit nicht in Frage kommt – wegen des Rassismus der Araber gegenüber den dunkelhäutigen Nachbarn.

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    Terrormiliz Daesh, Martin Kobler, Smaїl Chergui, Michael Morell, Jean-Yves Le Drian, Peter Cook, Joseph Dunford, USA, Libyen