03:36 15 November 2019
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    Russischer Außenminister Sergej Lawrow trifft seinen VAE Amtskollegen Abdullah bin Zayed Al Nahyan

    Gespräche in Abu Dhabi: Außenminister Lawrow bringt neben Syrien-Krise Öl ins Spiel

    © AP Photo / Kamran Jebreili
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat bei seinem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht nur die Zusammenarbeit beider Länder, sondern auch internationale Fragen wie die niedrigen Ölpreise besprochen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Lawrow gab nach den Verhandlungen zu verstehen, dass Moskau bereit ist, mit den OPEC-Mitgliedsstaaten und anderen Ländern eine mögliche Senkung der Ölfördermenge zu besprechen. Erörtert wurde auch die Syrien-Krise.

    Der russische Außenamtschef sprach mit dem Erbprinzen von Abu Dhabi, Muhammad Al Nahyan, sowie dem Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Abdullah bin Zayed Al Nahyan, über die niedrigen Ölpreise. Dieses Thema ist äußerst aktuell für beide Seiten. Dennoch bleiben die Vereinigten Arabischen Staaten (VAE) im Vergleich zu anderen Ölförderländern von der Krise relativ verschont. 

    Mehr zum Thema: Politico: Die Folgen der niedrigen Ölpreise

    Lawrow antwortete auf Fragen der Journalisten, dass die Ölproduzenten an einem Konsens in Bezug auf die Situation auf den globalen Energiemärkten interessiert seien. Er schloss nicht aus, dass ein Treffen zwischen OPEC-Mitgliedsstaaten und anderen Ländern abgehalten werden kann.

    In der vergangenen Woche tauchten Informationen auf, dass Saudi-Arabien der OPEC vorgeschlagen hat, im Februar eine proportionale Kürzung der Ölförderung um fünf Prozent zu besprechen. Dies teilte Energieminister Alexander Nowak mit und gab damit zu verstehen, dass Moskau bereit sei, diese Initiative zu erörtern. 

    Zugleich halten die Vereinigten Arabischen Emirate als Verbündete Saudi-Arabiens die Kürzung der Ölfördermenge für eine wirkungslose Maßnahme. Der Ölminister der VAE, Suhail Al Mazroui, bestätigte erneut, dass die Festlegung der Preise durch Einschränkung der Lieferungen ungerecht gegenüber den Verbrauchern sei. Zugleich nannte er den aktuellen Ölpreis unlogisch und prognostizierte einen Anstieg der Preise auf ein begründetes Niveau gegen Ende 2016 bis Anfang 2017.

    Laut einer russischen diplomatischen Quelle sprechen sich die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate beim Thema Öl mit Saudi-Arabien ab. Falls Riad den Beschluss bekräftigt, die Fördermenge zu senken, werden die Vereinigten Arabischen Staaten kaum etwas dagegen sagen.

    In Abu Dhabi wurden außerdem die bilateralen Beziehungen im handelswirtschaftlichen und wissenschaftstechnischen Bereich besprochen, die derzeit nicht die beste Zeit erleben. Nach Angaben der russischen Zollbehörden lag der Handelsumsatz 2013 bei 2,515 Milliarden US-Dollar, 2014 bei 1,996 Milliarden und nach den ersten drei Quartalen 2015 bei nur 853 Millionen US-Dollar. Ein neuer Impuls für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen könnten die Rubel-Abschwächung (die VAE könnten in Russland jetzt günstigere Landwirtschaftserzeugnisse kaufen) sowie der Tourismus sein. „Die Zahl der russischen Touristen wächst, und wir fördern dieses Interesse“, sagte Lawrow.

    Zudem sind Investoren an Russland interessiert, einige von ihnen verhandeln zurzeit über die Teilnahme an Landwirtschafts- und Tierzuchtprojekten in Russland. Am 21. Januar vereinbarten der Russische Fonds für Direktinvestitionen und der Hafenbetreiber DP World ein Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung der Hafen-, Verkehrs- und Logistik-Infrastruktur in Russland. Der Umfang der geplanten Investitionen soll sich auf bis zu zwei Milliarden US-Dollar belaufen.

    Darüber hinaus wurde die effektive Arbeit bei der militärtechnischen Kooperation hervorgehoben. Wie Industrie- und Handelsminister Denis Manturow bereits Anfang Dezember berichtete, beliefen sich die russischen Lieferungen von militärtechnischen Erzeugnissen an die VAE in den letzten zehn Jahren auf eine Milliarde US-Dollar. Im November wurde bekanntgegeben, dass die Länder Verhandlungen zur Lieferung von Su-35-Kampfflugzeugen aufgenommen haben.

    Mehr zum Thema: Regelung der Syrien-Krise

    In Bezug auf die Syrien-Lösung sprach Abdullah bin Zayed Al Nahyan von „Zeichen der Hoffnung“ bei den in der vergangenen Woche gestarteten Verhandlungen in Genf. Lawrow zufolge ist die jetzige Phase von richtungsweisender Bedeutung. Er äußerte die Hoffnung, dass in Genf eine einheitliche Delegation der syrischen Opposition gebildet wird, und gab zu verstehen, dass die Position Moskaus in Bezug auf die Organisationen Ahrar al-Scham und Dscheisch al-Islam unverändert bleibe.

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    Tags:
    Öl, Su-35, OPEC, Sergej Lawrow, Abdullah bin Zayed Al Nahyan, Saudi-Arabien, Russland, Syrien