03:23 19 November 2019
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    Zika-Epidemie in Brasilien

    WHO erklärt Zika-Virus zu planetarem Problem

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    Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, hat auf einer Videokonferenz in Genf das Zika-Fieber als eine neue globale Gefahr bezeichnet, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Die Situation in Brasilien, wo die meisten Erkrankungen registriert wurden, wird dadurch erschwert, dass in dieser Woche in Rio de Janeiro der Karneval beginnt und im Sommer die Olympischen Spiele ausgetragen werden, zu denen das Land Hunderttausende Touristen erwartet.

    Es ist nicht das erste Mal, dass eine Epidemie zu einer globalen Gefahr erklärt wird. Erstmals sprach die WHO im Jahr 2009 von einer Pandemie, als sich ein äußerst gefährlicher Grippestamm weltweit verbreitete. 2014 warnte sie zudem vor einer globalen Poliomyelitis- und Ebola-Gefahr.

    Das Zika-Fieber wurde in Brasilien im Mai 2015 registriert. Seit dieser Zeit verbreitete es sich über 27 Länder, vor allem in Lateinamerika. Aber auch in Fidschi, Samoa, auf den Salomoninseln, in Kap Verde, auf den Malediven, auf Martinique und in Thailand wurden Erkrankungen registriert.

    Fotos: Das Zika-Virus: neue Gefahr einer Pandemie

    Das Zika-Virus wurde 1947 in Uganda entdeckt und kommt nur in tropischen Ländern vor. Lange Zeit galt, dass nur Affen davon betroffen sein können, doch später stellte sich heraus, dass auch Menschen nicht davor sicher sind. Das Fieber ist nicht tödlich und geht – genauso wie eine Grippe – mit der Zeit von selbst vorüber, so dass nur Symptome wie Muskel-, Kopf- und Augenschmerzen, Fieber und Hautausschlag unangenehm sind.

    Aber Ärzte vermuten, dass Frauen, die den Zika-Virus haben, Kinder mit Mikrozephalie – schweren Gehirnschäden – zur Welt bringen können. Allerdings gibt es aktuell keine klaren Beweise für eine Verbindung zwischen dem Zika-Virus und der Mikrozephalie.

    Aber in letzter Zeit wurden besonders viele Mikrozephalie-Fälle registriert, die zeitlich mit dem Ausbruch des Zika-Fiebers übereinstimmten. Entsprechende Untersuchungen werden derzeit in Brasilien, Kolumbien und Salvador vorgenommen. Manche Ärzte empfehlen den vom Zika-Virus betroffenen Frauen, im Laufe mehrerer Jahre keine Kinder zu bekommen. Die WHO machte jedoch bisher keine solchen Empfehlungen. Kritiker werfen ihr aber politische Spiele vor, denn so etwas wäre ein herber Schlag für die brasilianische Regierung, die sich auf den Empfang von Hunderttausenden Gästen aus aller Welt zu den Olympischen Spielen vorbereitet.

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    Karneval, Ebola, Zika-Virus, WHO, Brasilien