20:00 14 November 2019
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    Syrische Armee kämpft gegen IS in Homs

    Syrien-Konflikt: Assads Armee dank russischer Militärberater so erfolgreich

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    Russlands Verteidigungsministerium hat am Mittwoch den Tod eines Militärberaters in Syrien gemeldet, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag. Der Militärberater soll am 1. Februar bei einem Minenwerfer-Beschuss durch IS-Kämpfer ums Leben gekommen sein.

    Dieses tragische Ereignis zeugt allerdings von der äußerst wichtigen Rolle, die russische Militärberater im Syrien-Konflikt spielen. Zum ersten Mal seit dem Beginn des russischen Einsatzes in diesem Land hat Moskau bestätigt, dass seine Militärberater der syrischen Regierungsarmee zur Verfügung stehen.

    Laut offiziellen Angaben war die Einrichtung des russischen Hauptmilitärberaters in Syrien 2012 aufgelöst worden. Jetzt haben Moskau und Damaskus aber offenbar eingesehen, dass dies ein Fehler war. Am 25. September 2015 wurde laut entsprechenden Medienberichten auch offiziell bestätigt, dass Militärberater in diesem Land wieder aktiv sind. Dabei betonte die russische Seite, dass ihre Militärs in Syrien „im Sinne von mit Damaskus abgeschlossenen Verträgen“ weilen und dass es „keine internationalen Beschränkungen für das militärtechnische Zusammenwirken mit Damaskus gibt“.

    Fünf Tage später begann bekanntlich der Syrien-Einsatz der russischen Luftwaffe. Dabei schloss Präsident Wladimir Putin Russlands Beteiligung an einer möglichen Bodenoffensive aus. Experten hielten jedoch für möglich, dass russische Militärberater den Syrern bei der Organisation ihrer Militäreinsätze sowie beim Umgang mit der neuen Militärtechnik helfen könnten, ohne an den Kriegshandlungen teilzunehmen.

    Dass der Russe bei einem Minenwerfer-Beschuss getötet wurde, zeugt davon, dass sich die IS-Kämpfer nur zwei bzw. drei Kilometer von der syrischen Garnison entfernt befanden, denn diese Waffen können nur aus einer solch kurzen Entfernung effizient eingesetzt werden. Faktisch befand er sich nahezu an der Frontlinie. Und das war offensichtlich kein Einzelfall, denn im Kriegsgebiet gibt es keine einheitliche Frontlinie.

    Soldat der syrischen Armee vor der Siedlung Osman, 5 Februar 2016
    © Sputnik / Michael Alaeddin

    Laut arabischen Medienberichten sind Militärberater in der syrischen Armee so gut wie unentbehrlich. Denn Russland versorgt die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit neuen Waffen und hilft ihnen beim Umgang mit ihnen. Allein in den letzten Tagen wurden auf YouTube mehrere Videos veröffentlicht, auf denen die syrische Armee gegen die IS-Kräfte aus den schweren Flammenwerfer-Systemen Solnzepjok und Buratino schoss. Zudem sind auf der Website Videos mit T-90-Panzern, Drohnen, automatisierten Kampfüberwachungssystemen usw. zu finden. Der Betrieb solcher Anlagen wäre ohne die russischen Berater unmöglich gewesen.

    Andere offizielle Informationen über die Aktivitäten russischer Militärberater bzw. über deren Zahl gibt es nicht. Zu Sowjetzeiten waren sie dort seit den 1950er Jahren stets präsent gewesen. Laut israelischen und US-amerikanischen Quellen belief sich ihre Zahl zu verschiedenen Zeiten zwischen 560 und 8.000. Die aktuellen Zahlen sind aber streng vertraulich.

    Ein mit der Situation in Syrien vertrauter Experte, der anonym bleiben wollte, verriet: „Dank der Hilfe der russischen Spezialisten baut der syrische Generalstab praktisch in alle Richtungen eine strategische Initiative aus.“ In diesem Kontext verwies er darauf, dass die syrischen Regierungstruppen mehr als 80 Prozent aller Flugplätze kontrollieren, obwohl die IS-Kräfte fast 70 Prozent des syrischen Territoriums okkupiert haben. Zudem setzen Assads Truppen mithilfe der Russen „Elemente des Hybrid- bzw. Partisanenkriegs“ effizient ein, bei denen diverse nationale Kräfte (Kurden, Schiiten und Volksheer-Kämpfer aus den GUS-Ländern) gemeinsam handeln und dadurch Erfolg haben.

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