19:26 10 Dezember 2019
SNA Radio
    Raketentest in Nordkorea

    Nichtfriedliche Nutzung des Weltraums: Nordkoreas Raketenstart löst Sorge aus

    © REUTERS / Kim Hong-Ji
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)
    7922
    Abonnieren

    Nordkorea hat am Sonntag trotz Warnungen der internationalen Gemeinschaft einen Weltraumsatelliten gestartet. Seoul, Washington und Tokio zufolge handelt es sich bei dem Start des Satelliten eigentlich um den Test einer ballistischen Langstreckenrakete, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat den Beginn der Verhandlungen mit dem Pentagon über die Aufstellung von US-Raketenabwehrsystemen angekündigt, was die ohnehin explosive Lage auf der Korea-Halbinsel zuspitzen wird.

    Pjöngjang informierte die Uno am Samstag, dass der früher geplante Zeitraum für den Raketenstart vom 8. bis 25. Februar auf den 7. bis 14. geändert worden sei. Die Rakete wurde am Sonntag um 9.30-9.35 Uhr von einem Testgelände im Westen Nordkoreas gestartet. Die Raketenteile stürzten 14 Minuten nach dem Start rund 250 Kilometer von der Korea-Halbinsel entfernt ins Südchinesische Meer.

    Wie es aus dem nordkoreanischen Verteidigungsministerium hieß, war der Start erfolgreich. Dass der Satellit die Umlaufbahn erreicht hat, wurde von Südkorea und den USA bestätigt. Der Beobachtungssatellit Kwangmyongsong-4 umfliegt die Erde in 94 Minuten. Wie es in der Erklärung der nordkoreanischen Seite heißt, will Pjöngjang auch weiter „friedliche und unabhängige“ Tests abhalten. Parallel zu wiederholten Erklärungen zur friedlichen Natur der Tests wurde jedoch hervorgehoben, dass der erfolgreiche Start „ein Durchbruch bei der Festigung der nationalen Verteidigung“ sei.

    Die meisten Länder reagierten äußerst negativ auf den Raketenstart Nordkoreas, darunter Russland. Das russische Außenministerium übermittelte Pjöngjang seinen Protest. US-Außenminister John Kerry bezeichnete den Start einer Rakete mit einem Satelliten, der gegen die UN-Resolutionen verstößt, als Provokation. Seoul will im Süden der Halbinsel ein neues Flugabwehrsystem stationieren.

    Washington warnte Pjöngjang vor ernsthaften Folgen, die der Start einer ballistischen Rakete mit einem Satelliten mit sich bringen würde. Die Sicherheitsberaterin des US-Präsidenten, Susan Rice, rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, Pjöngjang zu zeigen, dass seine unvernünftigen Handlungen ernsthafte Folgen haben können.

    Nordkoreas einziger Verbündeter, China, äußerte Bedauern wegen des Raketenstarts. Seoul, Tokio und Washington forderten die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates.

    Zudem erörtern Seoul und Washington die Stationierung von US-amerikanischen Flugabwehrsystemen zum Schutz vor den wachsenden Raketengefahren im Norden. Dem Pentagon zufolge geht es um die Stationierung von THAAD-Systemen in Südkorea.

    Seit dem Machtantritt von Kim Jong-un vor vier Jahren hat Nordkorea die Arbeit an seinem Atomprogramm, das die Schaffung sowohl kleinerer Nuklearköpfe als auch ballistischer Langstreckenraketen vorsieht, deutlich intensiviert. Der Raketenstart erfolgte nur einen Monat nach dem Atomtest am 6. Januar.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)

    Zum Thema:

    Südkorea: US-Regierung führt interne Diskussionen über THAAD-Stationierung
    „Scharfe und resolute Antwort“: Japan verstärkt Sanktionen gegen Nordkorea
    "Provozierender Verstoß gegen Völkerrecht“: Moskau verurteilt Raketenstart Nordkoreas
    Japanische Zerstörer zum Abfang nordkoreanischer Rakete bereit
    Tags:
    Luftabwehrsystem THAAD, John Kerry, Südkorea, Russland, USA, Nordkorea