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09:13 22 Oktober 2019
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    Gasmeßstation in der russischen Region Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen

    Europa will weg von russischem Gas – hin zu Flüssiggas aus Russland?

    © Sputnik / Alexei Filippov
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    Die EU wird immer mehr Flüssiggas verbrauchen, um seine Gasabhängigkeit von Russland zu minimieren, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Der Klima- und Energiekommissar der Europäischen Union, Miguel Arias Caňete, wird am 10. Februar ein Maßnahmenpaket zur Förderung der Energiesicherheit präsentieren, wie die Zeitung mitteilt. Brüssel mache sich auf eine mögliche Gaskrise gefasst, auf die die einzelnen Länder wohl keine angemessene Antwort geben könnten. Deshalb müssten entsprechende EU-Gesetze zu Gas- und Stromlieferungen novelliert werden. Unter anderem könnte die EU-Kommission das Recht bekommen, sich in internationale Gasverträge einzumischen.

    In der EU wird aktuell die für die Nutzung von Flüssiggas benötigte Infrastruktur intensiv ausgebaut, die bislang aber zu nur 22 Prozent ausgenutzt wird. Auf das Flüssiggas entfallen etwa zehn Prozent des gesamten Gasbedarfs, wobei 50 Prozent des Flüssiggases aus Katar importiert werden.

    Weiter Lieferanten von Flüssiggas könnten die Türkei, der Iran sowie Australien werden. „Falls die Gaspreise in Europa steigen, könnten auch die USA Flüssiggas an die EU liefern“, sagte Danila Botschkarjow vom Brüsseler Ost-West-Institut. Dieser Brennstoff wäre vor allem für isolierte Regionen mit höheren Gaspreisen – zum Beispiel Griechenland, Balkan-Länder, Litauen – bestimmt.

    Auch Flüssiggaslieferungen aus Russland wären nicht ausgeschlossen, ergänzte der Experte. In erster Linie wären sie im Rahmen des Projekts „Jamal-SPG“ („Jamal-Flüssiggas“) der Firma NOVATEK denkbar. 

    Infografik: Wie Europa am russischen Gas verdient

    Die zur Diskussion stehenden Maßnahmen sollen nach dem Solidaritätsprinzip funktionieren, da verschiedene EU-Länder bei einem Ausfall der Gaslieferungen aus Russland unterschiedlich leideten. Deshalb müssten sie sich gegenseitig bei kritischen Energiedefiziten unterstützen. „Es geht darum, dass die EU-Länder miteinander enger verbunden werden“, so Experte Botschkarjow. „Dadurch könnte die Konkurrenzfähigkeit gefördert und die Preise gesenkt werden.“

    Bei der Bildung einer Energieunion hatten sich die EU-Länder nicht verpflichtet, ihre Gasdeals mit der EU-Kommission abzusprechen. Im Rahmen des neuen Pakets könnten die EU-Behörden Regierungsabkommen und kommerzielle Verträge im Energiebereich blockieren, damit diese dem so genannten Dritten Energiepaket entsprechen.

    Brüssel befasst sich bereits mit der entsprechenden Überprüfung des vom russischen Energiekonzern Gazprom initiierten Projekts NordStream 2, das Deutschland und Österreich befürworten, bei den osteuropäischen Ländern jedoch auf Ablehnung stößt. Dadurch könnte Gazproms seinen Anteil am europäischen Gasmarkt enorm steigern. Zudem will Brüssel aus geopolitischen Gründen die Ukraine als Gastransitland unterstützen.

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    Gas, Nord Stream 2, EU, Russland, USA