11:15 20 September 2020
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    Der für Rüstungsfragen zuständige russische Vizepremier Dmitri Rogosin reist heute für zwei Tage in den Irak, um sich mit der Führung des Landes zu treffen und eine Sitzung der bilateralen Regierungskommission für wirtschaftliche Zusammenarbeit abzuhalten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Zusammen mit Rogosin reisen mehr als 100 russische Beamte und etwa 90 Geschäftsleute nach Bagdad. Sie werden versuchen, die irakischen Partner von der Notwendigkeit zu überzeugen, die gemeinsamen Projekte in den Bereichen Öl und Gas sowie Energie auszuweiten und die militärtechnische Zusammenarbeit fortzusetzen.

    Nach „Kommersant“-Angaben ist die Energie-Kooperation der beiden Länder eines der wichtigsten Gesprächsthemen. Derzeit betreibt die Gazprom-Öltochter Gazprom Neft im Irak das Vorkommen Badra. Der russische Ölkonzern Lukoil beutet das Vorkommen West Qurna-2 aus. Die beiden Unternehmen haben Wartungsverträge – der Irak kompensiert ihnen die Kosten für die Ausbeutung der Vorkommen und zahlt später einen fixierten Preis für jedes gewonnene Barrel. Alle Auszahlungen erfolgen in Form von Öl. 

    Die russischen Firmen sind bereit, die Zusammenarbeit mit dem Irak zu erweitern, weil die Ölförderung trotz der aktuellen Preise gewinnbringend bleibt. Die Firma Inter RAO-Export teilte mit, dass sie mit dem irakischen Energieministerium Gespräche über neue Bauprojekte und die Fertigstellung eines Wärme- und eines kleinen Wasserkraftwerkes führt.

    Ein anderes wichtiges Thema wird die militärtechnische Zusammenarbeit sein. Bereits Ende 2012 schlossen Russland und der Irak Waffenverträge in Höhe von etwa 4,2 Milliarden US-Dollar. Bagdad war damals am weiteren Kauf von Waffen interessiert, doch wegen des Öl-Preisverfalls musste das irakische Militär seine Anfragen reduzieren, so eine „Kommersant“-Quelle aus dem Bereich der militärtechnischen Zusammenarbeit. Ihr zufolge werden die Verhandlungen jedoch fortgesetzt: Nun erwägen die Iraker den Kauf einer kleinen Partie von Jagdflugzeugen des Typs MiG-29M.

    Der Orientalist Wladimir Sotnikow ist der Ansicht, dass die irakische Führung weiterhin zwischen Moskau und Washington balanciert, wobei sie „ihre nationalen Interessen und die Tatsache berücksichtigt, inwiefern Bagdad von externen Teilnehmern effektiv unterstützt wird“. Beispiele der Annäherung an Moskau sind vorhanden: In Bagdad wurde ein Koordinationszentrum für den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ eingerichtet. Dadurch bekam das Militär der vier Länder (Russlands, des Irak, des Iran und Syriens) die Möglichkeit, vertrauliche Daten schnell untereinander auszutauschen.

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    Tags:
    Waffenhandel, MiG-29, Inter RAO, Gazprom Neft, Dmitri Rogosin, Irak, Russland