19:37 14 November 2019
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    Soldat der syrischen Armee an der türkisch-siryschen Grenze

    Syrien-Konflikt: Westen reagiert auf Erfolge Assads

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    Der Waffenstillstand in Syrien ist erst nach einer völligen Übernahme der Kontrolle über die Grenze zur Türkei und Jordanien durch Damaskus möglich, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Während die syrische Armee zu einer Offensive im Norden und im Süden des Landes überging, riefen die USA erneut Russland zur Einstellung der Bombardierungen auf. Wie der Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner, berichtete, sind die Forderungen, sich unverzüglich an den Verhandlungstisch zu setzen und den humanitären Zugang zu den blockierten Gebieten zu sichern in der Resolution des UN-Sicherheitsrats enthalten. Russlands Vizeaußenminister Gennadi Gatilow sagte am Donnerstag daraufhin, dass Moskau bereit sei, den Waffenstillstand zu besprechen, die unverzügliche Feuereinstellung sei allerdings aus objektiven Gründen unmöglich.

    Mehr zum Thema: Das Traumteam: Russland und Syrien lassen Terrorherrschaft kollabieren

    Laut dem Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, wird die Strategie in Syrien trotz mehrerer „Ratschläge“ und Empfehlungen der westlichen Kollegen nicht geändert. Das Ziel der russischen Operation in Syrien sei die Vernichtung des Terrorismus, einer direkten und eindeutigen Bedrohung für die Sicherheit Russlands und die Welt, sagte Konaschenkow. Alle politischen Fragen sollten nur von den Syrern unter internationaler Vermittlung am Verhandlungstisch gelöst werden. Bislang würden Verhandlungen in der Sackgasse stecken. Die sofortige Feuereinstellung durch Moskau und Damaskus würde in der Tat die Kapitulation des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bedeuten. 

    Moskau will nicht auf den Antiterrorkampf verzichten. Für Damaskus ist die Feuereinstellung derzeit aus militärischer Sicht unvorteilhaft. Russland hat vor einigen Monaten mit der Luftunterstützung der Assad-Truppen begonnen, was spürbare Ergebnisse jetzt bringt – die syrische Armee ging zur Offensive in mehreren Provinzen über, deren Ziel die Blockade der Nachschubwege für die Extremisten aus der Türkei und Jordanien ist. Im Norden Syriens, wo die Stadt Aleppo völlig von den Regierungstruppen eingekesselt ist, wurde dies bereits getan. Das Hauptziel von Damaskus ist eine völlige Vertreibung der Mudschahidin aus den Grenzgebieten und der Zusammschluss der kurdischen Enklaven in einen einheitlichen Gürtel entlang der syrisch-türkischen Grenze. 

    Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu verkündete vor einigen Tagen, dass Ankara Aleppo schützen wolle. Angesichts solcher Pläne ist ein Waffenstillstand in Syrien fast unmöglich. Dass die Türkei laut Davutoglu Aleppo verteidigen werde, bedeutet, dass Ankara die Situation militärisch lösen will. Vielleicht wollen die Türkei nicht nur aktive Mudschahidin helfen, sondern auch eine Invasion in den Norden Syriens starten, wovon seit langem einige türkische Politiker sprechen.

    Doch die Frage besteht darin, ob die Türkei stark genug ist, einen Krieg zu führen? Die Aktivitäten der Kurden in der Türkei und die Heranziehung der Truppen zu ihrer Zähmung würde Ankara kaum ermöglichen, eine große Offensive in Syrien zu beginnen.

    Vor diesem Hintergrund intensivierte Russland seine Militärübungen im Süden des Landes. Es wurde die verdeckte Verlegung von Truppen aus Zentralrussland geübt. Ins Meer stachen fast alle Kampfschiffe der Schwarzmeerflotte und der kaspischen Flottille. Auf dem russischen Militärstützpunkt in Armenien wurden Truppen an die Grenze zur Türkei gebracht.

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