22:43 10 Dezember 2019
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    Der syrische Knoten: Ankara verspricht keinen Einmarsch nach Syrien

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    Laut dem türkischen Verteidigungsminister Ismet Yilmaz wird Ankara keine Truppen nach Syrien entsenden, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

    Die Verkündigung des türkischen Verteidigungsministers kam zu überraschend vor dem Hintergrund der militärischen Vorbereitungen Ankaras, die im Beschuss von Positionen der syrischen Kurden vom Territorium der Türkei aus bestanden. Rund 30 Menschen wurden in Syrien verletzt, es wurden mehrere Gebäude zerstört, darunter Wohnhäuser.

    Auffallend ist, dass der Verzicht auf eine Bodenoperation in Syrien vom Verteidigungsminister und nicht von Diplomaten angekündigt wird. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hatte zuvor bestätigt, dass auf dem türkischen Stützpunkt Indschirlik bereits saudische Flugzeuge eingetroffen sind, die für eine Operation in Syrien bereit stehen. Später sagte er, dass bald die Zeit für eine Bodenoperation komme, für die man Soldaten nach Syrien schicken werde. Damit ist die ungewöhnliche Situation entstanden, dass der Verteidigungsminister anstelle des Außenministers als Friedensstifter auftritt.

    Ankara ist aber schon zu weit gegangen, um plötzlich auf seine Worte über eine Bodenoperation zu verzichten. Die Türkei hat in Bezug auf die syrischen Kurden eine unversöhnliche Position bezogen. Ankara wird wohl weiter Artillerieschläge versetzen und Söldner nach Syrien schicken.

    Experten zufolge verbreiten regierungsfreundliche türkische Medien absichtlich Informationen über eine mögliche militärische Einmischung der Türkei in Syrien, um eine Offensive der syrischen Kurden in Richtung der türkischen Grenze zu verhindern. „Das ist das wahre Ziel der Drohungen seitens der Türkei“, so der Orientalist Metin Gurcan. In der Tat würde Erdogan jedoch kaum die Beziehungen mit Washington aufs Spiel setzen, das die syrischen Kurden als effektive Kämpfer gegen die Extremisten bezeichnet. Deswegen würde sich Ankara wohl mit kriegerischen Erklärungen gegenüber Syrien und Assad begnügen.

    Zudem betonen Experten, dass türkische Militärs gegen die Entsendung von Truppen nach Syrien eintreten. Die Verkündigung des Verteidigungsministers muss auch in diesem Kontext betrachtet werden.

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