13:24 26 Oktober 2020
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    Rettungsanker in der Ölkrise (90)
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    Der Ölpreissturz hat nicht zur Beschleunigung des BIP-Wachstums und Verbrauchs in den Ölimportländern geführt - ausgenommen Osteuropa.

    Die Wirtschaften der sechs osteuropäischen EU-Länder (Polens, Tschechiens, der Slowakei, Ungarns, Rumäniens und Bulgariens) wuchsen dank der Ölpreissenkung und dem Verbrauchsboom im vierten Quartal 2015 durchschnittlich fast um vier Prozent. Es ist die höchste Wachstumsrate seit 2008, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Mittwoch.

    Nach den ersten Schätzungen zeigte die Wirtschaft Bulgariens das niedrigste Wachstum — 3,1 Prozent auf Jahresbasis, das schnellste Wachstum mit 4,2 Prozent verzeichnete die Slowakei. Das sind keine schlechten Ergebnisse, wenn man bedenkt, dass sich die Region zwischen der Eurozone, die Wirtschaftsprobleme hat, und Russland sowie der Ukraine, die derzeit einen Verfall der Wirtschaft erleben, befindet. „Seit 2013 wurde die Geldpolitik flexibler, und die Situation auf den Arbeitsmärkten verbesserte sich“, erklärte William Jackson von Capital Economics.

    Aber den meisten Einfluss auf die Wirtschaft dieser Länder übte höchstwahrscheinlich der Ölpreissturz von 115 US-Dollar 2014 auf 30 US-Dollar je Barrel aus. Alle sechs Länder sind Netto-Importeure von Energieressourcen. Nach den Berechnungen von Capital Economics sanken wegen des Ölpreissturzes die reinen Jahresausgaben der osteuropäischen Länder beim Import von Energieressourcen um mehr als neun Milliarden US-Dollar 2012 auf etwa fünf Milliarden US-Dollar im Jahr 2015.

    Die Senkung der Benzinpreise trug zur Verzögerung der Inflation in diesen Ländern bei, wodurch die Kaufkraft der Bevölkerung gewachsen ist.

    Aber es gibt auch Risiken. Das größte Problem der osteuropäischen Länder sind fehlende strukturellen Reformen, die für die Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit notwendig sind, hebt Chefstratege Marcus Svedberg von East Capital hervor. In einigen Bereichen verschlimmerte sich die Situation sogar: Beispielsweise sind die Perspektiven der Rentenreform unwahrscheinlicher geworden. Nichtsdestoweniger kann das BIP der osteuropäischen Länder weiterhin um drei bis vier Prozent im Jahr wachsen, zeigte sich Experte William Jackson überzeugt.

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    Öl, EU, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Slowakei, Tschechien, Polen, Russland