23:14 05 Dezember 2019
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    Barrel bereit zum Höhenflug: Rückgang der US-Bohranlagen treibt Ölpreis nach oben

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    Die Ölpreise haben am Montag einen Anstieg verzeichnet, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

    Der April-Future-Preis der Sorte Brent lag am Montag zu Beginn des Handels bei 35,31 US-Dollar – das ist ein Zuwachs von 1,2 Prozent. Auch der WTI-Ölpreis stieg am Montag um 0,5 Prozent auf mehr als 32 US-Dollar.

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    © AFP 2019 / Karen Bleier

    Die am 26. Februar begonnene Tendenz zum Anstieg der Ölpreise setzte sich Anfang dieser Woche fort. Am Freitag kletterte der Ölpreis während des Handels zuweilen auf mehr als 36 US-Dollar, was um 1,5 Prozent höher als in den Tagen zuvor war. Doch Experten warnen vor frühzeitiger Freude und erinnern an die hohe Volatilität des Ölmarktes, wo der Preis während des Handels um bis zu vier Prozent in beide Richtungen schwanken kann.

    Experten erklären das jetzige Wachstum der Ölpreise mit der Senkung der Zahl der Bohranlagen in den USA. Informationen darüber tauchten Ende der vergangenen Woche auf. Ihre Zahl liegt jetzt bei nur 400, was ein absolutes Minimum seit Dezember 2009 ist. Diese Tendenz ist bereits seit sechs Monaten zu erkennen. Seit Beginn 2015 ging ihre Zahl um mehr als das Dreifache zurück.

    Experten verbinden dies mit den niedrigen Ölpreisen. Viele Schieferöl-Projekte der USA mit einem hohen Selbstkostenpreis können auf einem „billigen“ Markt nicht konkurrieren und verlassen den Markt, wobei die Bohranlagen außer Betrieb gesetzt werden. Dem Partner der Consultingfirma RusEnergy, Michail Krutichin, zufolge gehen angesichts der niedrigen Ölpreise die Lieferungen bei vielen Projekten zurück, worauf die Preise nach oben gehen werden. Es seien Preisschwankungen von 35 bis 40 US-Dollar zu erwarten, so der Experte.

    Laut dem Gründer von Oil Price Information Service, Tom Kloza, wird es in diesem Jahr Preisschwankungen von 20 bis 49 US-Dollar geben. Inzwischen sinkt die Ölförderung in den USA bereits seit fünf Wochen und beläuft sich auf etwa 9,1 Millionen Barrel pro Tag.

    Der russische Energieminister Alexander Nowak sagte in der vergangenen Woche, dass ohne Absprache der Ölproduzenten zur Stabilisierung der Ölförderung das Risiko besteht, dass sich das Ende der Phase der niedrigen Ölpreise auf 2016/2017 verschieben kann.

    Mitte Februar wurde zwischen Russland und mehreren OPEC-Mitgliedsstaaten eine inoffizielle Vereinbarung zum Einfrieren der Ölförderung auf dem Niveau von Januar 2016 erreicht. Doch zu einer faktischen Umsetzung dieses Beschlusses müssen sich ihm alle Ölproduzenten anschließen, was kaum möglich ist, weil niemand seinen Marktanteil verlieren will. „Es bleibt nur, so lange zu warten, bis die grundlegenden Faktoren ihre Rolle spielen und der Markt sich wegen natürlicher zyklischer Wandlungen in der Wirtschaft ändert“, meint der Experte von der Stiftung für nationale Energiesicherheit, Alexander Passetschnik.

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