11:05 29 September 2020
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    IS nach Libyen: Schläge von USA und Russland verdrängen Terroristen nach Nordafrika

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    Die Einsätze der von Russland und den USA angeführten Anti-IS-Koalitionen in Syrien und im Irak könnten den „Islamischen Staat“ dazu zwingen, Libyen zu seinem neuen Hauptstützpunkt zu machen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Davon sprach der Direktor des marokkanischen Zentralen Büros für Justizermittlungen, Abdelhak Khayyam, in einem Interview für das Wochenmagazin „Maroc Hebdo“.

    „Dank der Schläge gegen die Terroristen im Irak und in Syrien wird der IS zunehmend in die Enge getrieben. Deshalb erwägt der IS die Verlegung seines Hauptquartiers nach Libyen, wo die Situation für seine Handlungen besser ist“, betonte er.

    Fast fünf Jahre nach der Tötung des libyschen Führers Muammar al-Gaddafi könnte ausgerechnet Libyen der „beste“ Ort für die Umsetzung der neuen IS-Strategie werden. Dort gibt es keine einheitliche Führung: Die international anerkannte Regierung sitzt in Tobruk im Osten des Landes, während Tripolis vom Allgemeinen Nationalen Kongress kontrolliert wird, der mit libyschen Islamisten verbunden ist, den IS aber nicht unterstützt.

    Unter diesen Bedingungen können die Behörden große Teile des Landes nicht kontrollieren, wovon die IS-Terroristen bereits profitieren. Sie haben schon an der Mittelmeerküste Fuß gefasst und versuchen inzwischen, die Ölgebiete an der Sirte-Bucht unter Kontrolle zu nehmen.

    Aktuell haben der IS bzw. seine Verbündeten die Städte Darna, Sirte (Gaddafis Heimatstadt) und die Umgebung von Bengasi unter ihrer Kontrolle. Zudem gehen sie bei Tripolis immer intensiver vor.

    Die USA und ihre europäischen Verbündeten fliegen Luftschläge gegen die IS-Stellungen in Libyen und arbeiten laut libyschen und westlichen Quellen aktiv an der Bildung von Spezialeinheiten zur IS-Bekämpfung. Laut der britischen Zeitung „The Telegraph“ hat London heimlich seine Berater nach Libyen geschickt, die gemeinsam mit ihren US-amerikanischen Kollegen die libyschen Spezialeinheiten in Misrata ausbilden.

    Die vom IS ausgehende Gefahr macht die Aufgabe zur Bildung einer Einheitsregierung in Libyen besonders akut. Unter anderem hat der russische Außenminister Sergej Lawrow vor einigen Tagen mit seinem libyschen Amtskollegen Muhammad al-Dayri über Wege zur Überwindung der innenpolitischen Krise in diesem Land verhandelt. Danach wurden jedoch keine optimistischen Erklärungen abgegeben.

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