18:11 14 November 2019
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    Landtagswahlen in Deutschland (Sachsen-Anhalt)

    Landtagswahlen in Deutschland: AfD, ein Auffangbecken für Unzufriedene

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    Landtagswahlen im Dreierpack: Supersonntag 2016 (54)
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    In Deutschland finden am Sonntag in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt Landtagswahlen statt. Das größte Rätsel dabei ist wohl, welches Ergebnis die „Alternative für Deutschland“ (AfD) erreicht, die immer populärer wird und für eine Verschärfung der Migrationspolitik eintritt, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Laut Umfragen würde die AfD in allen drei Bundesländern problemlos die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Keine einzige Partei habe wohl in der politischen Geschichte Deutschlands so einen schnellen Zuwachs an Popularität ohne besondere Anstrengungen verzeichnet wie die AfD, berichtet die „Deutsche Welle“. Der Umgang mit den Ängsten der Bürger vor den Flüchtlingen habe der Partei unerhörte Beliebtheit gebracht.

    Die AfD positioniere sich als Protestpartei und suche nach einfachsten Emotionen, mit denen man sich einfacher Stimmen holen könne, indem man vom Zug der Euroskeptiker auf den Zug der Flüchtlingshasser springe, schreibt „Der Spiegel“.

    Laut Parteisprecher Christian Lüth rechnet man mit zehn bis 20 Prozent der Stimmen in allen drei Bundesländern. Die Partei spreche direkt mit dem Volk und könne Deutschland Lösungen bieten, das sich jetzt wegen der Flüchtlinge und den Problemen in der Eurozone im Kriegszustand befindet. Gute Ergebnisse der Partei würden ein Alarmsignal für die Regierungskoalition vor den kommenden Bundestagswahlen sein, so Lüth.

    Die Landtagswahlen werden der erste ernsthafte Härtetest für Bundeskanzlerin Angela Merkel seit Beginn der Flüchtlingskrise sein, meint der russische Europa-Experte Wladislaw Below. Der Höhepunkt der Krise im November bis Januar änderte natürlich maßgeblich die Stimmung unter den Deutschen. Zudem unterscheiden sich die Bundesländer stark voneinander, weshalb die Landtagswahlen ein wahrer Lackmustest werden. Die AfD positioniere sich als Protestpartei und sammle Unzufriedene auf allen Flanken. Man könne sie nicht als reine Antimigrationspartei bezeichnen, sie entwickle ein umfassendes Programm in allen aktuellen Bereichen. Dennoch sei die AfD selbst bei guten Ergebnissen bei den Wahlen noch nicht so einflussreich, um die politische Landschaft Deutschlands zu ändern, so der Experte.

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    Migranten, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Wladislaw Below, Christian Lüth, Deutschland