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09:18 21 August 2019
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    Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

    Plagiatsaffäre: Von der Leyen darf Doktortitel behalten

    © AP Photo / Thomas Peter, Pool
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    Kommersant
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    Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen darf ihren Doktortitel behalten und weiter im Amt bleiben, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Der wissenschaftliche Rat der Medizinischen Hochschule Hannover, wo von der Leyen 1990 promoviert hatte, hat diese Entscheidung nach einer Analyse ihrer Doktorarbeit getroffen. 

    Diese Überprüfung hatte die Ministerin selbst beantragt, nachdem sie von der Website VroniPlag Wiki, deren Mitarbeiter für die Öffentlichkeit zugängliche Forschungsarbeiten analysieren, des Plagiats beschuldigt worden war.

    Der Skandal um von der Leyen war umso größer, weil schon Karl-Theodor zu Guttenberg, einer ihrer Vorgänger auf dem Verteidigungsminister-Posten, 2011 wegen Plagiatsvorwürfen bei seiner Doktorarbeit zurücktreten und sich sogar aus der Politik verabschieden musste. Auch die damalige Bildungsministerin Annette Schavan, die als enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel galt, musste 2013 aus demselben Grund ihren Doktortitel und zugleich den Ministerposten aufgeben.

    Was von der Leyens Dissertation angeht, sagte der Präsident der Medizinischen Hochschule, Christopher Baum: „Konkret geht es um Fehler in der Form von Plagiaten, also Übernahme fremder Textpassagen, ohne die Originalautoren korrekt zu kennzeichnen.“ Plagiate seien im theoretischen Teil der Arbeit enthalten, im praktischen, der besonders wichtig sei, „wurden aber keine Mängel festgestellt. (…) Die Ergebnisse der Dissertation waren wissenschaftlich neu, valide und von praktischer Relevanz“, so Baum.

    Im Zusammenhang mit der Überprüfung der Doktorarbeit von der Leyens hoben viele Experten hervor, dass ausgerechnet sie öfter als mögliche Nachfolgerin Merkels auf dem Kanzlerposten bei der Bundestagswahl 2017 erwähnt wurde. Die Tochter des niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, siebenfache Mutter und Ministerin seit 2005 hätte gute Chancen, das Amt zu bekleiden. Aber sie hatte 2013 gesagt: „Jede Generation in Deutschland hat einen Kanzler. Aus meiner Generation ist das Angela Merkel.“

    „Ursula von der Leyen wurde oft als Merkels mögliche Nachfolgerin gehandelt, aber 2017 wird sie höchstwahrscheinlich die treue Soldatin der Kanzlerin bleiben“, meint der Leiter des Zentrums für Deutschland-Forschungen beim russischen Europa-Institut, Wladislaw Below. „Sie hat vorerst wenige Chancen, Generalin, also Kandidatin für den Bundeskanzler-Posten zu werden.“

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    Tags:
    Doktorarbeit, Wladislaw Below, Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Deutschland