01:41 15 Dezember 2019
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    Erste russische Kampfjets verlassen Syrien

    Erste Schlussfolgerungen aus Syrien-Operation: Russland beginnt mit Teilabzug

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    Der russische Präsident Wladimir Putin hat gestern den allmählichen Abzug des Truppenkontingents vom syrischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim verfügt.

    Im Verteidigungsministerium sprach man in diesem Zusammenhang von einer „wichtigen Wende“ im Kampf gegen die Terroristen des so genannten „Islamischen Staates“. Ab sofort müssen Diplomaten den größten Teil der Bemühungen um die Regelung der Syrien-Krise übernehmen.

    Seinen Beschluss begründete Putin damit, dass „die unseren Streitkräften gestellte Aufgabe im Allgemeinen erfüllt worden ist“. Russland habe „in Syrien innerhalb kurzer Zeit eine zahlenmäßig geringe, aber sehr effiziente Militärgruppierung gebildet“, betonte der Kreml-Chef. Dadurch seien „Voraussetzungen für den Beginn des Friedensprozesses geschaffen“ worden.

    Der Einsatz der russischen Luftwaffe in Syrien begann am 30. September 2015. Zuvor hatte der syrische Präsident Baschar al-Assad Moskau offiziell um Hilfe gebeten. Nach Syrien wurden russische Kampfjets Su-30SM, Bomber Su-34 und Su-24M, Schlachtflugzeuge Su-25 sowie Hubschrauber Mi-8 und Mi-24P verlegt – insgesamt mehr als 50 Maschinen.

    So verlief Russlands Luftwaffeneinsatz in Syrien
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation

    Im Oktober wurden auf dem Stützpunkt Hmeimim die Luftabwehrsysteme Tor-M2 und Buk-M2 stationiert. Nach dem Abschuss des russischen Bombers Su-24 durch die türkische Luftwaffe am 24. November wurde dort auch ein Raketenkomplex S-400 Triumph aufgestellt.

    Zweimal wurden während des russischen Syrien-Einsatzes kleine Raketenschiffe der Kaspischen Flottille eingesetzt, die IS-Stellungen mit Marschflugkörpern des Typs Kalibr-NK beschossen. Einmal kam das U-Boot „Rostow na Donu“ zum Einsatz. Mehrere Angriffe wurden mit Langstreckenbombern geflogen (Tu-160, Tu-95MS, Tu-22M3).

    In Hmeimim werden Luftabwehrsysteme, etwa zehn Hubschrauber, Schützenpanzerwagen BTR-82A und Panzer T-90S und vier Su-35-Kampfjets bleiben (diese Maschinen wurden erst Anfang März nach Syrien verlegt), möglicherweise auch mehrere Su-30SM-Jets.

    Als wichtigster Erfolg des russischen Syrien-Einsatzes gilt die Wiederaufnahme des Dialoges zwischen der Regierung Baschar al-Assads und den internationalen Staats- und Regierungschefs, vor allem mit US-Präsident Barack Obama. Sehr wichtig ist auch der am 27. Februar begonnene Waffenstillstand. Viele Experten sind sich einig, dass Moskau und Washington seit diesem Tag gemeinsam in Syrien vorgehen.

    © Ruptly .
    Immer startklar: Russische Kampfjets fliegen weiter Anti-IS-Luftangriffe in Syrien

    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu führte jüngst an, dass die syrische Armee mithilfe der russischen Luftwaffe 400 Orte befreit habe und dass „eine wichtige Wende im Kampf gegen den Terrorismus“ erreicht worden sei.

    Der Abzug der russischen Truppen aus Syrien wurde vor dem Hintergrund der Wiederaufnahme der Genfer Friedensverhandlungen angekündigt, an denen sich Vertreter der Regierung in Damaskus und der Oppositionskräfte beteiligen. Der UN-Beauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, gab zu verstehen, dass eines der Themen der neuen Gesprächsrunde die Föderalisierung Syriens werden könnte. Dabei betonte er, dass es wichtig sei, die territoriale Integrität des Landes aufrechtzuerhalten.

    Die Föderalisierung würde Syrien spalten, warnte der Vertreter der syrischen „Volksfront für Reformen und Befreiung“, Kadri Dschamil, der auf der so genannten „Moskauer Liste“ steht.

    Zuvor hatte auch der syrische Außenminister Walid al-Muallim sich vehement gegen die Spaltung der Republik und gegen die Idee einer Föderalisierung ausgesprochen.

    Der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow sagte: „Wie auch immer die Vereinbarung zwischen der syrischen Regierung und dem gesamten Oppositionsspektrum bezüglich des künftigen Staatsaufbaus aussehen wird, wir werden sie unterstützen.“ Dabei betonte er, dass an der Debatte „alle Syrer“ teilnehmen sollten.

    Für die Föderalisierung des Landes sprach sich gestern auch der Leiter der Moskauer Vertretung des Syrischen Kurdistans, Rudi Osman, aus.

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