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13:18 20 Oktober 2019
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    Japanische Küstenwache bei Senkaku-Inseln (Archivbild)

    Streit mit China geht weiter – Japan schickt Schiffe zu umstrittenen Inseln

    © AP Photo / Emily Wang
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    Der territoriale Streit zwischen Tokio und Peking wegen eines Archipels im Ostchinesischen Meer findet kein Ende, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lu Kang, warf der japanischen Führung auf einer Pressekonferenz jüngst eine falsche Deutung der Geschichte vor. In den neuen japanischen Geschichtslehrbüchern steht nämlich geschrieben, dass die Senkaku-Inseln zu Japan gehören. Peking bestreitet das und nennt sie Diaoyutai-Inseln. 

    Der Leiter des russischen Zentrums für Japan-Studien beim Fernost-Forschungsinstitut, Valeri Kistanow, stellte fest, dass die Kontroversen wegen des unbesiedelten Archipels seit vielen Jahren andauern und dass es „keine Merkmale für eine Annäherung“ der Positionen der Seiten gebe. Die Japaner kontrollieren die Inseln und wollen nichts von den Ansprüchen der Chinesen wissen. Die Volksrepublik behauptet ihrerseits, Japan habe den Archipel besetzt und müsse ihn zurückgeben.

    Zugleich wies der Experte darauf hin, dass Tokio auch mit Seoul um die Takeshima-Inseln (koreanischer Name: Dokdo-Inseln) streitet. Diese werden von Südkorea kontrolliert, aber von den Japanern beansprucht. 

    Damit sei im Grunde nur Russland bereit, mit Japan über territoriale Probleme zu verhandeln, stellte Kistanow fest. Er spricht damit den Streit um die Südkurilen an. „Wir haben eine mildere Position als China und Südkorea.“

    Nach seinen Worten führt Peking in diesem Kontext eine offensive Politik. Es schickt seine Schiffe zu den Senkaku-Inseln, die die 20-Meilen-Zone betreten. In Tokio fürchtet man, dass sich die Chinesen für einen Überfall auf die Inseln entscheiden. Die Japaner hoffen auf einen Sicherheitsvertrag mit den USA, die sich einmischen und einen Krieg zwischen beiden Ländern verhindern müssten.

    Inzwischen schalte sich Tokio immer intensiver in den Konflikt im Südchinesischen Meer ein, wo es eine zunehmend wichtigere Rolle spiele, fuhr Experte Kistanow fort. Neben dem Ostchinesischen Meer sei es äußerst wichtig für die Japaner. Durch das Südchinesische Meer erfolgen nämlich bis zu 80 Prozent des Öltransports nach Japan aus dem Nahen Osten. Zudem entfallen etwa zehn Prozent des globalen Fischfangs auf das Südchinesische Meer.

    Japan handle unter dem Vorwand der Unterbindung der „chinesischen Expansion“ und der Verteidigung der Schifffahrtsfreiheit, so Kistanow weiter. Es beteilige sich noch nicht an den Streifenfahrten der Amerikaner, versorge aber inzwischen die Philippinen und Vietnam mit Patrouillenschiffen und bilde Seeleute der Streitkräfte dieser Länder aus. Zudem könnte im April eine Gruppe chinesischer Kriegsschiffe zu den Philippinen und dann auch nach Vietnam geschickt werden, wo gemeinsame Übungen geplant seien, ergänzte der Experte.

    Darüber hinaus findet in Japan im Mai ein G7-Treffen statt. Laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo will Ministerpräsident Shinzo Abe dabei seine Kollegen auffordern, eine Deklaration über die Einhaltung der Gesetze im Südchinesischen Meer zu befürworten. In diesem Fall würden die G7-Politiker quasi China für den Bau von Militärobjekten in diesem Raum und die Stationierung von Luftabwehranlagen auf den umstrittenen Inseln verurteilen.

    Allerdings sind die europäischen G7-Länder an intensiven Wirtschaftsbeziehungen mit China interessiert. Deshalb steht noch in den Sternen, ob sie Tokios Initiative befürworten werden.

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    Tags:
    China, Japan, Senkaku-Inseln