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    Panzerabwehrraketen FGM-148 Javelin

    Moskau in Sorge: USA versorgen Estland mit Panzerabwehrraketen

    CC BY-SA 2.0 / Defence Images / Combined Arms Demonstration
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    Estland hat von den USA eine Partie Panzerabwehrraketen FGM-148 Javelin erhalten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Mittel für diesen Deal werden aus den 3,4 Milliarden Dollar bereitgestellt, die Washington für die Aufrüstung seiner europäischen Nato-Partner bereitgestellt hatte. Die genaue Zahl der gelieferten Raketen ist unbekannt, aber bekannt ist, dass Tallinn und Washington im November 2014 einen Vertrag über insgesamt 80 Raketenanlagen für 40 Millionen Dollar abgeschlossen hatten. Die estnische Seite wird neueste Block-1-Raketen erhalten, die eine geringere Flugzeit und ein besseres Zielanweisungssystem haben und Ziele aus einer Entfernung von bis zu 2.500 Metern treffen können.

    „Ziel dieser Lieferungen ist die Stärkung unserer Selbstverteidigungskräfte“, sagte eine Quelle im estnischen Verteidigungsministerium. In Moskau reagierte man auf die Javelin-Lieferung an Estland negativ. „Wir verstehen nicht, wie dieser Schritt seine (Estlands) Verteidigungsfähigkeit fördern könnte. Möglicherweise versuchen die amerikanischen Partner, die Situation so darzustellen, als würde Russland eine Panzerinvasion in diese Länder planen, aber solcher Unsinn ist nicht einmal der Rede wert“, hieß es aus dem Umfeld der russischen Militärbehörde.

    Der Leiter des Zentrums für Strategie- und Technologie-Analysen, Ruslan Puchow, findet die Aktivitäten Tallinns nicht gerade harmlos. „Im Unterschied zu anderen Ländern der Region wappnet sich Estland ernsthaft für einen Krieg. Es ist das einzige unter den baltischen Ländern, das eine effiziente Wehrpflichtarmee hat, dessen Militärausgaben ziemlich groß sind und das Wehrübungen organisiert“, so der Experte. „Und Russland als Land, gegen das all diese Maßnahmen offenbar gerichtet sind, muss darauf angemessen reagieren.“

    Der estnische Verteidigungsminister Hannes Hanso hatte unlängst in einem Interview gewarnt, dass der Javelin-Deal erst der Anfang sei und dass sein Land demnächst bei den Niederlanden schwedische Schützenpanzerwagen CV90 kaufe werde. Der Panzerwagen- und der Raketendeal werden sich insgesamt auf 200 Millionen Euro belaufen. 

    Mehr zum Thema: Für Lenkwaffen unsichtbar: Tarnmantel schützt russische Panzer

    Die Aufrüstung der osteuropäischen Nato-Länder ist eine der wichtigsten Richtungen in der Politik der Allianz seit dem Gipfeltreffen in Wales im Sommer 2014. Damals wurde beschlossen, bis zum diesjährigen Nato-Gipfel in Warschau sechs „kleine“ Nato-Hauptquartiere einzurichten, von denen eines ausgerechnet in Estland liegen wird. Der Befehlshaber der estnischen Streitkräfte, Generalleutnant Riho Terras, kündigte an, dass im Land demnächst Truppenverbände aus Deutschland, Polen und anderen Nato-Ländern erwartet werden. Das sollte nach seinen Worten „ein klares Signal für jeden potenziellen Aggressor werden“.

    In Moskau ist man um das weitere Schicksal der Javelin-Raketen besorgt. Laut Quellen im Verteidigungsministerium hatte die Ukraine die USA „mehrmals um die Lieferung solcher Waffen gebeten. Falls sie durch Dritte in die Hände Kiews geraten, könnten alle Bemühungen um die Konfliktregelung im Donezbecken scheitern.“ Früher hatten sich estnische Politiker vehement für die Unterstützung der Ukraine im Konflikt im Osten des Landes ausgesprochen, lehnten jedoch Kiews Anfragen nach Waffenlieferungen ab.

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    Tags:
    FGM-148 Javelin, NATO, USA, Russland, Estland