08:58 14 August 2018
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    Moskaus Computermaus: Schweden hält Russland umsonst für größte Sicherheitsgefahr

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    Nowyje Iswestija
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    Die Websites von mehreren schwedischen Medien sind am vergangenen Wochenende wegen eines DDoS-Angriffs für einige Zeit außer Betrieb gesetzt worden, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

    Laut der schwedischen Firma Netnod erfolgten diese Angriffe größtenteils aus Russland. Wie die Zeitung „Svenska Dagbladet“ schreibt, bedeutet das allerdings nicht, dass die Organisatoren dieser Attacke sich unbedingt in Russland befanden. Man könne jedoch nicht völlig ausschließen, dass ausgerechnet die russischen Geheimdienste dahinterstehen. Das ist nicht der erste Vorwurf Stockholms gegen Moskau, das angeblich Schwedens Informationspolitik beeinflussen will.

    In der vorigen Woche veröffentlichte die schwedische Sicherheitspolizei SÄPO einen Jahresbericht über die größten Gefahren für das Land. Zum ersten Mal wurden die russischen Geheimdienste als größte Quelle eines psychologischen Krieges gegen dieses skandinavische Land bezeichnet. „Die Entwicklung der Situation im Ostseeraum ruft bei uns immer größere Besorgnisse hervor. Vor allem sind wir über Russlands Vorgehen beunruhigt“, sagte SÄPO-Chef Anders Tornberg am Donnerstag.

    „Die Sicherheitspolizei denkt, dass Russland Entscheidungen der Politiker und die öffentliche Meinung beeinflussen will, und zwar nicht nur in Schweden“, heißt in dem SÄPO-Bericht. „Zu diesem Zweck werden radikale Organisationen eingesetzt; es werden Informationskampagnen und Operationen zur Desinformierung der Bevölkerung organisiert.“

    Als Beispiel wurde die Veröffentlichung eines gefälschten Briefes von Verteidigungsminister Peter Hultqvist im Internet angeführt, in dem er „bestätigt“ hatte, dass die Firma BAE Bofors von der Ukraine einen Auftrag für die Lieferung von Haubitzen erhalten hätte. Dieser Brief wurde während einer heißen Phase des Ukraine-Konflikts veröffentlicht und löste eine heftige Protestwelle seitens schwedischer pazifistischer Organisationen aus. Laut der Zeitung „Dagens Nyheter“ ist für diese Falschmeldung eine „Troll-Fabrik“ bei St. Petersburg verantwortlich gewesen. 

    Die SÄPO erläuterte, dass das Ziel dieser Strategie des Kremls sei, unter der schwedischen Bevölkerung Zweifel daran zu wecken, dass diese oder jene Tatsache wahr sei. Da die öffentliche Meinung im Westen oft skeptisch gegenüber den Machthabern eingestellt sei, sei diese Methode ziemlich effizient, so der SÄPO-Bericht.

    Das Hauptziel dieser psychologischen „Bearbeitung“ der Schweden sei die Errichtung einer Hürde auf dem Weg zum Nato-Beitritt des Landes, so die Sicherheitspolizei weiter. Auf die Frage der schwedischen Medien, ob Beweise für Russlands Aktivitäten vorhanden seien, musste SÄPO-Chefanalyst Wilhelm Unge allerdings negativ antworten.

    In dem Bericht stellte die Sicherheitspolizei fest, dass das jüngste Sparprogramm der schwedischen Regierung schlimme Folgen für die Resistenz des Landes gegen Spionage hatte. Viele wichtige Aufgaben zur Versorgung der Regierungsstrukturen seien privaten Unternehmen überlassen worden, weshalb das Risiko, dass in diesen Firmen ausländische Agenten arbeiten könnten, größer geworden sei.

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    Tags:
    NATO, SÄPO, Anders Tornberg, Schweden, Russland
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