22:45 20 November 2019
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    Nach verheerender Explosion im Brüsseler Flughafen

    Terror-Attacken: Warum Brüssel und warum gerade jetzt?

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    Explosionen erschüttern Brüssel (137)
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    Mit den Anschlägen auf den Flughafen und die U-Bahn in Brüssel haben die Terroristen gleich mehrere Signale an die Weltgemeinschaft gesendet, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Erstes Signal: Ihr seid nicht imstande, uns zu bekämpfen und zu enthaupten. Belgische Sicherheitsdienste führten Ende der vergangenen Woche eine erfolgreiche Operation durch, bei der der Drahtzieher der Anschläge in Paris, Saleh Abdeslam, festgenommen wurde– er galt in Europa als Symbol der neuen Terrorwelle. Es schien, dass der Dschihadisten-Untergrund für einige Zeit unschädlich gemacht wurde, doch leider stimmte das nicht. Der Terroranschlag wurde demonstrativ in Brüssel organisiert. Das bedeutet, dass es dort mehrere Terrorgruppen gibt und es neue Anschläge geben könnte.

    Zweites Signal:Die Terroristen wollen den Europäern zeigen, dass alle Sicherheitsmaßnahmen wirkungslos, die Dschihadisten stärker und den Geheimdiensten immer einen Schritt voraus sind. Nach der Festnahme von Saleh Abdeslam im Brüsseler Stadtteil Molenbeek war klar, dass  außerordentliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden mussten, doch das half nicht. Das bedeutet, dass nichts und niemand helfen kann. Man kann jederzeit getötet werden – am Flughafen, am Bahnhof, in einem Café, im Theater, im Stadion. Man ist in einen Krieg eingetreten, aus dem man kaum als Sieger hervorgehen kann. Die Terroristen wollen zeigen, dass sie gewinnen werden, weil sie im Unterscheid zu uns keine Angst vor dem Tod haben.

    Drittes Signal: Die Erfolge der internationalen Kräfte im Kampf gegen den „Islamischen Staat“, die in den vergangenen Monaten in Syrien und im Irak erreicht wurden, beeinflussen nicht die Attraktivität der Ideen des Dschihads oder die Kampffähigkeit der in Europa agierenden Gruppierungen. Sie haben genug Kraft, Geld und Entschlossenheit, um ihren Kampf fortzusetzen.

    Wie sollen Europa und die gesamte zivilisierte Welt, darunter Russland, darauf reagieren? Die einzig mögliche Reaktion –weiterleben, wie man lebte, sich nicht beugen lassen und weiter mit Flugzeugen fliegen, in Restaurants und zu Fußballspielen gehen. Die einzige Alternative wäre eine Kapitulation vor den mittelalterlichen Fanatikern, die immer neue Forderungen stellen werden.

    Fotos: Anschlagsserie in Brüssel

    Man darf nicht kapitulieren. Man wird sich an eine neue Realität gewöhnen, in der der Terrorismus zum Alltag wird, nicht nur in den Brandherden, sondern überall. Doch das ist kein Anlass zur Panik und zum Stopp des Kampfes gegen den Feind.

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